
KOOPERATIONSPROJEKT MIT TIERHILFE SÜDEN e.V. DEUTSCHLAND
Das erste Kastrationsprojekt an Streunerhunden in der Geschichte von Sarajevo (Bosnien&Herzegovina) konnten wir im Oktober 2007 erfolgreich beenden. Gemeinsam mit der Veterinärstation und dem Umweltministerium Sarajevo konnten innerhalb von nur einer Woche mehr als 100 Hunde durch unser tolles Team kastriert werden.
Bevor das Projekt gestartet wurde, mussten Boxen, wo sich die kastrierten Hunde von der Operation erholen können, aufgestellt werden. Des weiteren musste das Projekt genau organisiert und koordiniert werden, angefangen vom Einfangen der Streunerhunde bis zur Freilassung. Die Hunde wurden am Ende mit gelben Ohrmarkten markiert sowie gegen Tollwut geimpft um für die Hundefänger als „nicht zu töten“ sichtbar zu sein. Dies wurde am Anfang des Projektes nach langen Gesprächen und Verhandlungen mit dem Direktor der Tötungsstation besprochen und vereinbart.
Es war für mich eine sehr emotionale Zeit, die mich stark geprägt hat. Das Leid der vielen Tieren, die in den Gassen von Sarajevo dahinvegetieren ist kaum in Worten zu beschreiben. Bilder von Hunden und Katzen welche kraftlos und erschöpft aufgrund von Verletzungen, Hunger und Durst am Straßenrand liegen, lassen keinen normalen Menschenverstand wieder los. Eine sehr leichte Beute für die Hundefänger stellen vor allem diese Tiere dar, da die Hundefänger nicht einmal Energie für das Einfangen dieser Hunde verschwenden müssen. An beinahe jeder Ecke kann man eine trächtige Hündin sehen – somit nur eine Frage der Zeit, bis das nächste traurige Leben das Licht der Welt erblickt.
Nur durch regelmäßige Kastrationen und durch die Unterstützung aller Spenden könnten wir wieder solch ein erfolgreiches Kastrationsprojekt wie im Vorjahr fortsetzen. Auch mit der Unterstützung der Organisation Animal CARE Austria, die uns bereits im Vorjahr unterstützt hat, möchten wir wieder diesen Sommer unseren Erfolg fortsetzen. Animal CARE Austria hat des weiteren viele Futterspenden für die Strassenhunde in Bosnien-Sarajevo bereitgestellt.
Es werden jährlich 7000-8000 Hunde allein in Sarajevo auf brutalster Art und Weise umgebracht. Welpen werden sofort vor den Augen ihrer Mutter vergast, alle Hunde in der Tötungsstation (der „Hygienischen“ Kommunale von Sarajevo) müssen mit ansehen welches Leid ihnen als nächstes bevorsteht. Dies alles spielt sich in einem einzigen Raum ab. Angst – Qual – Erlösung durch den Tod. Ein Leben, das Recht zu Leben hat - genauso wie wir alle - wird ohne zu hinterfragen ausgelöscht. WARUM?! Die Stadt finanziert die Tötungstation jährlich mit 250.000 Euro, obwohl die Zahl der Tötungen durch die Hundefänger konstant geblieben ist, möchte man nicht einsehen, dass diese Art von Tötung zu keiner Reduktion der Population von Streunerhunden geführt hat und auch nie zu einer Lösung führen wird. Die Natur ist uns allen viel zu überlegen.
Wir wollen nicht wegschauen und möchten jährlich mehr als hunderte von Hunden kastrieren. Des weiteren möchten wir wieder Schulungen den Tierärzten in Sarajevo anbieten, die selbst täglich Streunerhunde durch unsere finanzielle Unterstützung kastrieren sollen. Dies ist unser langfristiges Ziel und um dieses zu erreichen brauchen wir Ihre Unterstützung.
Lassen sie uns gemeinsam den Tieren von Sarajevo helfen. Und erste Schritte in eine positive Zukunft für all diese Tiere beschreiten.
Ihre Mariane Ruiz, Winter 2007
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Bilder 06/2008
Ihre Mariane Ruiz
14.07.2008
Die Situation in Bosnien-Sarajevo ist für die Tiere mehr als tragisch. Um so mehr hat uns der Hilferuf der Goga, welche ein bosnisches Tierheim in Sarajevo leitet, erschüttert. Den Tieren wurden die letzten Futterreserven gegeben und nun mussten wir so schnell wie möglich handeln. Ohne lang zu überlegen haben wir binnen kürzester Zeit 1 TONNE FUTTER! in das Tierheim liefern lassen. Die Kosten wurden aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen Tierhilfe Süden Austria und Animal Care Austria aufgeteilt.
Wir sind froh die Tiere eine Zeit lang mit Futter versorgen zu können und ihnen das mindeste und notwenigste in dieser Situation geben zu können.
Wir danken unseren Spendern von ganzen Herzen, denn ohne diese hätten wir diese großartige Aktion niemals durchführen können.
Bitte spenden Sie auch weiterhin, damit wir unser geplantes Kastrationsprojekt im September 2008 durchführen können. Wie auch im Vorjahr möchten wir gemeinsam mit unserem tollen Ärzteteam mehr als HUNDERT Hunde kastrieren, um ihnen ein qualvolles Leben auf der Strasse zu ersparen. Des weiteren wollen wir uns auch während des Jahres an den Kastrationskosten von Strassentieren beteiligen. Unser Ziel ist es, die Tierärzte der Veterinärstation Sarajevo so gut wie möglich einzuschulen und auszubilden, damit diese während des Jahres kontinuierlich Kastrationen an den Strassentieren durchführen können. Unsere tollen Boxen, welche wir bei der Veterinärstation im Vorjahr aufgebaut haben, stehen für die kastrierten Hunde zur Verfügung, damit sich die Tiere nach der Operation erholen können.
Er werden noch immer TAUSENDE Hunde auf qualvolle Art und Weise in der Tötungsstation hingerichtet. Nur durch regelmäßige Kastrationen können wir die Population der Strassenhunde reduzieren, um somit auf humane Weise an unser gesetztes Ziel zu kommen.
Helfen Sie uns bitte weiterhin, damit wir gemeinsam den Strassentieren in Sarajevo helfen können, um ihnen den Tod in der Tötungsstation zu ersparen!!
Wir danken für IHRE Unterstützung!!




Ihre Mariane Ruiz
Meine Reise nach Bosnien-Sarajevo….
Am 23. Juli um 04:00 Uhr in der Früh – ein vollgepacktes Auto mit 280 kg Futter – fing meine Reise nach Bosnien an. Mit vollem Elan, Motivation und vor allem mit dem starken Willen Tieren zu helfen und Gegebenheiten zu ändern, steigert sich dieser jedes mal mehr und mehr, wenn ich Bosnien-Sarajevo näher komme. Drei Tage standen mir zur Verfügung, um meine gesetzten Ziele zu erreichen und mein Terminkalender war mehr als voll: die Tiere im Tierheim besuchen, Futter übergeben, Verhandlungen für das Kastrationsprojekt September 2008 führen - was auch der wichtigste Grund meiner Reise war.
Unser Ziel ist es, dieses Jahr im September 2008 ein Kastrationsprojekt an Streunertieren wie auch an Kettenhunden - in den Räumlichkeiten der Veterinärstation-Sarajevo durchzuführen. Jedoch ohne den „Segen“ des Umweltminister bzw. dessen schriftlicher Einwilligung sowie deren Stadträtin ist die Umsetzung dieses Projektes vergebens. Ich hatte die Ehre unser Kastrationsprojekt vor allen zuständigen Stakeholders (anwesende Parteien: Umweltminister, Vertreterin der Stadträtin, Direktor der Veterinärstation, Direktor der Tötungsstation) in ausführlichem Umfang zu präsentieren. Klar und deutlich wurden hier die Vorteile von Kastrationen präsentiert – die EINZIGE Möglichkeit, um die Population der Streunerhunde zu reduzieren – die EINZIGE Möglichkeit zu beweisen dass, das Budget welches für die Tötungsstation jährlich ausgegeben, nicht effektiv eingesetzt wird (Budget 2008: offiziell 250.000 Euro, inoffiziell 350.000 Euro; 2009: 350.000 Euro; 2010: 400.000 Euro) und von den Steuereinnahmen der Bürger entnommen wird.
Selbstverständlich versuchte der Direktor der Tötungsstation dieses Projekt zu boykottieren sowie Argumente zu finden, dass dieses Projekt keine Lösung darstellt, um somit seine Position zu sichern. Hierbei wurde u.a. das Argument der Tollwut vom Direktor der Tötungsstation eingebracht.
FAKT IST: Das dieses vermeidliche Problem gar nicht existiert. Das Land konnte in der Geschichte NUR 1 Fall von Tollwut an einem Fuchs nachweisen. All unsere kastrierten Hunde werden ebenfalls gegen Tollwut geimpft (nicht weil Tollwut in Bosnien verbreitet ist - sondern um lediglich eine „Beruhigung“ für viele nichtwissende Bürger im Bezug auf Tollwut zu erreichen)
FAKT IST: Das die Arbeiter der Tötungsstation „lediglich“ Welpen, verletzte, kranke und alte Hunde einfangen und umbringen – somit jene Hunde welche eine leichte Beute darstellen! Hunde im Alter von 1-4 Jahren, die mind. 2mal im Jahr Junge werfen (somit ca. 12 Welpen in einem Jahr – in 4 Jahren ca. 46 Welpen) sind noch immer auf den Strassen von Sarajevo. Diese Hunde sind für die Hundefänger schwer zu fangen und genau diese Hunde vermehren sich und sprengen die Zahl der Population von allen Strassentieren. Die Tötungsstation fängt und tötet regelmäßig Hunde – sichert und rechtfertigt somit ihre Arbeitstätigkeit – LÖST jedoch das Problem bzw. die Ursache in keinster Weise!
Der Direktor der Veterinärstation erklärte sich bereit mit uns weiterhin zusammenzuarbeiten und ist gerne bereit seine Assistenten sowie die Räumlichkeiten bereitzustellen. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit unserem Team, ist immer bereit uns zu unterstützen und sieht dieses Projekt als eine humane Lösung! der Reduktion von Strassentieren. Des weiteren bieten wir den Ärzten in Sarajevo professionelle Schulungen, aufgrund unsere langjährigen Erfahrung im Bezug auf Kastrationen, an.
Nach 2 ½ stündiger Verhandlung sind wir uns nun einig geworden!
WIR STARTEN WIEDER EIN WEITERES KASTRATIONPROJEKT IM SEPTEMBER !
Dieses Jahr werden im Vergleich zum Vorjahr weitaus mehr Marketingaktivitäten durchgeführt. Wir werden eine bosnische Telefonhotline einrichten, für all jene Bürger welche Fragen zu unseren Verein sowie zu unserem Projekt haben . Weiters werden wir vor Ort einen Infostand aufbauen, Flyers verteilen, Posters plakatieren, um die Bürger über die Thematik der Strassenhunde zu sensibilisieren. Vor allem die Nachkriegskinder somit die „NEUE Generation“ wollen wir ansprechen, die die Zukunft dieses Landes darstellen. Die Übermittlung der Wichtigkeit von Kastration steht im Vordergrund dieser Marketingkampagne.
Weiters wollen wir anhand der Medien die bevorstehende Kastrationswoche präsentieren, um somit die Bürger zu animieren, ihre Kettenhunde in diesem Zeitraum in der Veterinärstation vorbeizubringen, damit wir diese kostenfrei kastrieren können. Gleichzeitig haben wir somit die Möglichkeit mit den Besitzern über das Freilassen der Kettenhunde zu sprechen.
Weitere Marketingaktivitäten wurden seitens des Umweltministers zugesagt. Das Projekt wird somit von allen wichtigen Stakeholdern vermarktet sein, es wird unter anderem in den Lokalen Zeitschriften, Tageszeitungen publiziert und im TV präsentiert werden.
Die Gespräche liefen somit erfolgreich und wir können nun in vollen Zügen unser Projekt planen und organisieren. Ich bin sehr froh, nun auch von der obersten Instanz die Unterstützung zu bekommen und wir sind bereit unsere ganze Kraft für die Umsetzung dieses Projektes einzusetzen. Wie auch im Vorjahr findet dieses Projekt in Kooperation mit der Tierhilfe Süden Deutschland statt, weiters hat die Organisation Animal Care Austria ihre Unterstützung zugesagt.
Hierbei möchte ich auch klar festlegen, dass die Kastrationen an den Tieren, die wir vorerst in Form von 2-wöchigen Kastrationsprojekten anbieten, ein Teil der Lösung dieses gesamten Problems darstellt. Ich sehe es als ein Puzzle vom gesamten idealen Bild. Weitere Puzzleteile sind Gesetzesänderungen, Novellierungen. (das derzeitige Gesetz besagt, dass alle Hunde sowie deren Leichenteile von der Stadt entsorgt werden müssen). Staatlich geförderte Tierheime, aber auch durch den Staat geförderte tägliche Kastrationen an Streunertieren. Die Umweltverschmutzung in Sarajevo stellt mehr als nur ein simples Problem dar, hier gibt es massive Defizite in der Müllverbrennung bzw. dessen Hortung. Auch die offenen und oftmals umgeworfenen Mistcontainer und die von der Bevölkerung auf der offenen Strasse stehen gelassene Müllsäcke, stellen regelrecht ein Mittagsmahl für Streunertiere dar und fördern somit die Fortpflanzung und das Leid dieser Tiere. Auch wenn man die ethische und moralische Sichtweite über die Tötung von Streunerhunden außen vorlässt, zeigt es doch jedem normal denkenden Menschen klar und deutlich, dass bis heute am falschen Ende versucht wurde, das Problem der Streunerproblematik zu lösen.
Ein großes Anliegen unserer Seite ist es, die bereits erwähnte Aufklärung der Bevölkerung über Streunerhunde - somit eine Harmonisierung der Beziehung zwischen Mensch und Tier -herbeizuführen.
Nach der erfolgreichen Verhandlung besuchte ich die Tiere im bosnischen Tierheim. Das Tierheim ist vollkommen überfüllt – gleicht einem KZ – leere Blicke starren dich an – wenn du an der nicht enden wollenden Reihe der Boxen vorbeigehst. Es ist schwer nicht in diese Augen zu schauen, es ist schwer keinen dieser Hunde, welche jahrelang in kleinen Boxen dahin vegetieren – nicht mitzunehmen. Wer soll bleiben und wer darf gehen? Warum soll ich über diese Leben entscheiden und wer gibt mir dieses Recht? Wer ist ein Notfall und wer ist es nicht?
Hat nicht JEDER EINZELNE VON IHNEN EIN RECHT AUF EIN LEBEN OHNE GITTER ob jung oder alt ob verletzt oder gesund?
Selbst wenn wir alle Tiere im Tierheim vermitteln, würde das Tierheim binnen 1-2 Wochen wieder komplett überfüllt sein. Täglich werden Welpen in Boxen vor dem Tor des Tierheims ausgesetzt. Manche Menschen sehen sogar dies als großen Aufwand und schmeißen einfach die Tiere über das Tor des Tierheims, somit tragen viele dieser Tiere Brüche und Verletzungen davon.
1 Tonne Futter reicht gerade mal für max. 2 Monate. Wir versuchen so oft wie möglich Futter zu spenden und das Tierheim mit allen Mitteln zu unterstützen. Vor einem Monat konnten wir in Kooperation mit der Organisation Animal Care Austria wieder 1 Tonne Futter dem Tierheim zur Verfügung stellen.
Nach der Besichtigung des Tierheimes machte ich mich nun auf die Heimreise. Es kam mir vor, als ob ich wochenlang in Bosnien war. So viele Eindrücke, so viel Tierleid gesehen. miterlebt und solch eine große Motivation zu helfen. Gerade mal 5 Minuten vor der bosnischen Grenze habe ich auf einem Misthaufen durch Zufall einen verletzen Hund gesehen. Ohne lange zu zögern, stürzte ich aus dem Auto und rannte zu diesem verletzten Hund. Ihr Name ist nun Lina. Lina humpelte mit ihrer letzen Kraft in meine Arme, ein kleiner Körper, der gezeichnet von Wunden und Schmerzen war. Details zu Lina unter "NOTFELLE" (mittlerweile bei Glücksfelle :-).
Ohne jedoch die Unterstützung von Spendern können wir all das Geplante leider nicht umsetzen. Wir bitten Sie von ganzem Herzen unser Projekt in Sarajevo finanziell zu unterstützen.
BITTE HELFEN UND UNTERSTÜTZEN SIE DAMIT WIR DAS LEID DIESER HUNDE VERHINDERN KÖNNEN UND NEUE SCHRITTE IN DIE RICHTIGE RICHTUNG SETZEN KÖNNEN! JEDER EURO ZÄHLT!!!!
Jeder Cent geht an unsere Tiere – WIR UND DIE TIERE IN BOSNIEN DANKEN FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG !!!
IHRE MARIANE RUIZ
Projektleitung Bosnien/Sarajevo
mary@tierhilfe-sueden-austria.at
22.08.2008
"Strassentiere in Bosnien-Bugojno"
29.09.2008
Kastrationsprojekt SARAJEVO
Durch Ausfall unseres Tierärzteteams musste das Kastrationsprojekt in SARAJEVO verschoben werden -
neuer Termin ist nun 6.10.- 11.10.2008 !!!
30.10.2008
Kastrationsprojekt an Hunden in Sarajevo - Oktober 2008
Unser 2. Kastrationsprojekt in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien & Herzegowina, ist nun erfolgreich zu Ende gegangen. Wir sind sehr stolz darauf sagen zu können, dass wir rund 100 Hunde innerhalb von 5 Tagen (06.10.08 bis 10.10.08) kastriert und sterilisiert haben, obwohl dieses Jahr fast nur Hündinnen sterilisiert worden sind, die im Vergleich zu Rüden wesentlich zeitaufwändiger sind. Wir sind mit der Anzahl der kastrierten Hunde mehr als zufrieden. Um Ihnen einen möglichst tiefen Einblick in die Ereignisse der Kastrationswoche zu ermöglichen, werde ich meine Erlebnisse und Gedanken dieser Woche kurz Revue passieren lassen.
Im Vergleich zum ersten Pilotprojekt 2007 waren dieses Jahr die Vorbereitungen für das Projekt weitaus aufwendiger. Es wurden gezielte Marketingaktivitäten gesetzt, Infostände aufgebaut, um die Bevölkerung über das bevorstehende Projekt zu informieren und über die Notwendigkeit von Kastrationen aufzuklären. In den lokalen Nachrichten wie „Kantunalne-Vjest“ durfte ich das Projekt vorstellen und die Bevölkerung aufrufen, ihre Hunde zu einer kostenlosen Kastration in die Veterinärstation zu bringen. Weiters haben wir das Projekt in etlichen Radiostationen wie u.a. ASK Radio, Radio Sarajevo, sowie im Sarajevo Portal ( siehe Link ) vorgestellt. Auch der sehr bekannte Fernsehender „Pink“ hat Interesse an unserem Projekt gezeigt - auch hier hatte ich die Gelegenheit, über die humane Reduktion der Population von Streunerhunden zu sprechen.
Der Direktor der Veterinärstation, Herr Nedim Brdaric hat gut mit uns kooperiert. Er hat uns seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt sowie ein Team von 5 Tierärzten und 5 Studenten. Dr. Orsolya Szepes verstand es binnen kürzester Zeit das ganze Ärzteteam perfekt zu führen. Jeder Arzt und Student hatte seinen Verantwortungsbereich und der Lerneffekt, vor allem für die Studenten, war immens groß. Eine Studentin, Amela, berichtet in einem Fernsehinterview, dass diese praktische Erfahrung, welche sie im Zuge dieses Projektes lernen durfte, Meilensteine im Rahmen ihrer Ausbildung darstellt.
Vor allem die Studenten Amila, Amina und Jasmin zeigten großes Engagement, selbst bis in die späten Stunden wurden Hunde kastriert – egal ob die Dienstzeit bereits längst zu Ende war. Das Projekt, die professionelle Kastration an den Hunden sowie die spätere Nachbetreuung standen für jeden von uns im Vordergrund. Dr. Szepes hat nicht nur durch ihre Professionalität geglänzt, sondern vor allem durch die Zuwendung und Liebe zu den Tieren. Dies zeigte mir, welch besonderer Mensch sie ist. Für sie stand nicht die Quantität der kastrierten Hunde im Vordergrund, sondern rein die Qualität und Genesung jedes einzelnen Hundes nach der Operation. Ich habe sie als Mensch und Tierärztin sehr zu schätzen gelernt und freue mich schon jetzt auf eine weitere Zusammenarbeit.
Dieses Jahr wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht nur verstärkte Marketingaktivitäten gesetzt, um die Nähe der Bevölkerung zu suchen, sondern es wurde im Hintergrund eine Datenbank aufgebaut, in der jeder Hund fotografiert und die genauen Daten eines jeden Einzelnen aufgenommen worden sind. Jene Hunde, die sich auf der Strasse befinden und von der Bevölkerung wahrgenommen, anerkannt und versorgt werden – wir deklarierten diese Hunde als „Community dogs“ – wurden mit unserer gelben Ohrmarke versehen, um somit für die Hundefänger deutlich erkennbar zu sein. Diese Hunde dürfen im Rahmen unseres Projektes laut unserem vereinbarten Vertrag mit dem Umweltministerium und der Veterinärstation NICHT eingefangen und getötet werden.
Es war eine sehr anstrengende und engergieraubende Zeit. Sich jedoch vor Augen zu halten, dass fast 100 Hunde kastriert wurden und den Nachkommenden ein elendes Leben auf der Strasse erspart werden konnte, setzte zusätzliche Kraftreserven frei. Bedenkt man, dass viele von den Hündinnen trächtig waren (eine Hündin war mit 15 Welpen trächtig) kann man sich vorstellen, wie essentiell dieses Projekt ist, um gegen die weitere Vermehrung der Streunerhunde vorzugehen.
Im Zuge dieses Projektes durfte ich einige bemerkenswerte Menschen kennen lernen. Ich muss gestehen, dass ich immer wieder aufs Neue von der Mentalität der Bosnier fasziniert bin. Einerseits oftmals enttäuscht von einem Land, dass bis heute die Tötungsanstalt von Hunden als legitim betrachtet und diese finanziert, obwohl diese veraltete und vor allem nicht effektive „Methode“ zur Lösung der Streunerproblematik beigetragen hat. Vice versa treffe ich andererseits immer mehr Menschen in Sarajevo, die genau so wie wir alle, die Tötung von Hunden aufs tiefste verachten und auf unsere Unterstützung bauen.
Trotz weit verbreiteter Armut kümmern sich Mitbürger um die Strassenhunde und sind zum Teil bereit, ihr letzte Stück Brot diese Hunden zu geben. Genau vor diesen Menschen habe ich große Achtung. Sie zeigen mir, dass auch jenes Land, welches noch immer vom Krieg gezeichnet ist, bereit ist, sich den Problemen der Streunerproblematik zu stellen.
Vor mir sehe ich noch den alten Mann, sein Name ist Skenderovic Mehmed. Als er mir seine Hündin Silvia, zu Kastration übergab stiegen ihm plötzlich Tränen in den Augen, er umarmte mich und seine Hündin ganz fest. Ich hatte das Gefühl, als ob er uns gar nicht loslassen wollen, er sagte zu mir: Liebe Mariane, ich übergebe dir gerade meinen ganzen Besitz, diese Hündin ist alles was ich habe, sie erfüllt und erleuchtet mein Leben….bitte pass auf sie auf und kümmere dich um sie. Glaube mir, auch hier gibt es Menschen, die für ihren Hund alles geben würden…Allah möge mit dir sein und dich beschützen… ich hole meine Silvia wieder ab nach der Kastration...
Viele Menschen die ihre Hunde zur Kastration angemeldet hatten waren sehr dankbar und begrüßten das Projekt. Selbst ich war mir dessen nicht bewusst, wie die Resonanz aus der Bevölkerung auf unser Kastrationsprojekt verlaufen würde und war bemerkenswert positiv überrascht.
Genau jene Menschen wie Mehmed geben mir Kraft und Motivation solche Projekte weiterhin durchzuführen.
Hin und hergerissen von meiner Einstellung zu den Bosniern, weiß ich letztendlich: Wir müssen nicht nur für die Tiere weiterkämpfen, sondern, auch der Bevölkerung zeigen, dass wir nur gemeinsam gegen die Tötungsanstalt ankämpfen können. Jeder einzelne Mitbürger in Sarajevo, finanziert durch Steuereinnahmen Monat für Monat, Tag für Tag das Töten dieser wundervollen Geschöpfe!
Ich möchte mich bei unseren deutschen Kollegen der Tierhilfe Süden e.V. bedanken, die dieses Projekt finanziell unterstützt haben.
Weiters bedanke ich mich herzlichst für die finanzielle Unterstützung bei der Organisation Animal Care Austria (ACA Austria).
Wie der Name Projekt schon impliziert, stehen hinter solch einem Projekt sehr viele engagierte Tierschützer die mich seit der Planung und Umsetzung unterstützt haben, mit mir geschwitzt haben und bis zum letzten Tag immer an meiner Seite standen. Hier gilt mein besonderer Dank Jelena Despot, Dijana Mocevic sowie Scott Lang - die selbst eine neugegründete Organisation Prijatelji Zivotinja BiH ( www.prijatelji-zivotinja-bih.com ) ins Leben gerufen haben.
Weitere Menschen bei denen ich mich bedanken möchte sind unter dem Button "DANKE" zu finden... Jeder Einzelne hat einen großartigen Beitrag geleistet und deshalb mein herzliches Dankeschön!
Wie schaut die Zukunft aus?
Wie bereits schon in meinen letzten Berichten erwähnt, sehe ich solch ein Kastrationsprojekt als ein Puzzelteil zur Lösung der Streunerproblematik in Sarajevo. Der Direktor der Veterinärstation hat großes Interesse, kontinuierlich kostenlose Kastrationen an Hunden durchzuführen. Hierbei ist eine staatliche Förderung unabkömmlich.
Dahingehend werden wir in den nächsten Monaten die Verhandlungen mit dem Umweltminister fortsetzen.
Dieser Win-Win-Effekt, den die Tierätzte vor Ort innerhalb der Kastrationswoche erlebt haben, muss weiterhin gefördert werden.
Regelmäßige theoretische sowie praktische Schulungen für Tierärzte und Studenten sind hier maßgeblich. Weiters müssen kontinuierliche PR Aktivitäten durchgeführt werden – verstärkte Aufklärung über die Notwendigkeit von Kastrationen an Hunden im Privatbesitz (Kettenhunde) und vor allem an Strassenhunden. Die Verantwortung gegenüber den Tieren muss sich in den Gedanken eines jeden einzelnen Mitbürgers manifestieren.
Ich kann sichtlich mit Stolz sagen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Doch oft wurden uns große Steine und scheinbar unüberwindliche Hindernisse auf diesem Weg gelegt. Aber genau dieser steinige Weg, gezeigt mir jedesmal, dass es der Mühe wert ist, ihn zu gehen!
Solch ein Projekt ist nur durch finanzielle Unterstützung und Spenden möglich geworden und deshalb auch meine bitte an Sie: Spenden Sie und gehen Sie mit uns diesen Weg – kämpfen wir gemeinsam gegen das Elend der Tiere in Sarajevo an !! Die Tiere danken es IHNEN !!
Ihre Mariane Ruiz
17.02.2009
vergiftet - entsorgt - wertlos ...
21.07.2009
Zielgruppe: Strassenhunde, Kettenhunde sowie Hunde aus dem Privatbesitz
Alle Hunde werden weiters entwurmt, gegen Ektoparasiten behandelt, verarztet und betreut.
Einen großen Erfolg konnte die gesamte Tierrechtsbewegung in Sarajevo am 08.04.2009 verzeichnen. An diesem ehrenwürdigen Tag ist das erste Tierschutzgesetz in BIH in Kraft getreten. Einer der bis lang härtesten Kämpfe für die Rechte der Tiere, der sich ausgezahlt hat. Das Tierschutzgesetz erlaubt leider bislang noch sehr viel Spielraum für jegliche Interessensgruppen, dennoch ist es als ein Grundstein und Basis für unsere Tierschutzaktivitäten in Sarajevo zu sehen auf dem wir aufbauen können und vor allem ausbauen werden!
Ein Auszug aus dem Tierschutzgesetz:
| - | Verbot des „grundlosen“ Töten eines Tiers; die Zufügung von Schmerz, Folter sowie die beabsichtigte Aussetzung des Tieres unter Stress und Angst |
|---|---|
| - | Verantwortung der Besitzer von Haustieren: · Jegliche Überpopulation und Vermehrung der Tiere zu verhindern |
| - | Gesetzliche Voraussetzung für das Euthanisieren eines Tieres: · Ein sterbendes krankes oder sehr aggressives bzw. gefährliches Tier (z. B. ein Tier in Agonie) |
| - | Bau eines staatlichen Tierheimes innerhalb 1 Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes · Übergangsphase: Methode: einfangen-kastrieren-freilassen vorgeschrieben |
| - | Schließung der Hundetötungsstation - Transformation in eine staatlich „hygienische Anstalt“ – Zeitpunkt der Schließung ist gesetzlich nicht festgelegt |
Warum Kastration anstelle von Tötung und reiner Tierheimhaltung nicht nur ethisch vertretbar ist sondern die einzige Lösung darstellt!
Durch die Kastration/Sterilisation können sich die Strassentiere nicht mehr vermehren und dienen zugleich als Platzhalter wenn sie nach der Kastration wieder auf ihren alten Futterplatz/Revier zurückgebracht werden. Tötet man die Tiere oder setzt sie in ein Tierheim werden deren Plätze auf der Strasse sofort durch neue nicht kastrierte Tiere eingenommen, da durch die Tötung das Platz- und Futterangebot der Strassentiere noch größer und das natürliche Rudelverhalten der Hunde vorhanden bleibt. Das Töten ist ethisch nicht vertretbar sondern hat weiterhin nachteilige Wirkung auf das eigentliche Problem. Bedenke man, dass die Steuerzahler solch eine Tötungsstation bezahlen die im Endeffekt nichts als Kosten für das Land trägt. Eine logische Erklärung bleibt hier aus! Setzt man weiters ein gesundes Strassentier ins Tierheim trägt es einerseits hohe Kosten, die für ein Land wie Bosnien nicht tragbar sind und weiters besetzt wieder ein unkastriertes Tier dessen Revier und die Vermehrung setzt sich wieder weiterhin in Gang. Nur die Methode EINFANGEN-KASTRIEREN-FREILASSEN, welche die Geburtenkontrolle verlangsamt, kann hier das Problem der rasant steigenden Anzahl von Streunertieren langfristig tatsächlich lösen!
Bislang ist die Tötungsanstalt weiterhin aktiv und soll „im Laufe der Zeit“ geschlossen werden. ABER Die Schließung der Tötungsanstalt ist zwar ein wesentlichen Aspekt und ein großer Erfolg, doch müssen wir gerade jetzt noch intensivere Massenkastrationen in Sarajevo durchführen, Aufklärungsarbeiten inmitten der Bevölkerung durchführen, da die Vermehrung der Strassentiere sich weiterhin fortsetzen wird und somit die Gefahr besteht - aufgrund von „zahlreichen Befürworter der Tötungsstation in Sarajevo“ - dass die Tötungsstation weiterhin staatlich gefördert und finanziert wird.
Dies dürfen und werden wir auf keinen Fall zulassen! Wir wollen beweisen, dass die Schließung der Tötungsanstalt zu Recht ist und weiterhin gesetzlich verankert bleibt! In Kombination von jährlichen Massenkastrationen, täglichen Kastrationen in der Veterinärklinik vor Ort und die Erbauung eines staatlichen Tierheims ist dies die EINZIGE humane und effektive Lösung der Streunerproblematik.
Unser Kooperationspartner Tierhilfe Süden Deutschland wird das Projekt auch dieses Jahr wieder unterstützen. Animalcare Austria erklärt sich ebenfalls bereits das Projekt tatkräftig und finanziell zu unterstützen. Weiters wird die Tierschutzorganisation Sarajevo „Priijatelji zivotinje BIH“ unsere Marketingaktivitäten unterstützen und Infostände im Zentrum von Sarajevo aufbauen.
Zur Umsetzung dieses gesamten Projektes und der weiteren gesetzten Ziele brauchen wir aber Ihre vollste Unterstützung!
Aufruf an aktiver Mitarbeit für die Tiere in Bosnien!
Möchten Sie das Projekt Bosnien aktiv unterstützen? Erfahrungen im Tierschutz und Kastrationsprojekten sammeln? Kennen Sie oder sind Sie selbst ein engagierter und erfahrener Tierarzt der solch ein Projekt unterstützen möchte? Tierschutzarbeit vor Ort leisten? Marketingkampagne unterstützen? Sach- und Futterspenden für die Tiere sammeln? Mit Unterstützung Projekte in Bosnien selbst aufbauen? Kennen Sie Kontakte wie u.a. Pressekontakte welche diesem Projekt zugute kommen können? Sponsoren? Kontakte zu Futtermittelproduzenten? Wer kann uns einen gut isolierten Lagerplatz für Tierfutter in Wien (u. Umkreis von Wien) Graz (u. Umkreis von Graz) zur Verfügung stellen? Kastrationsmaterial und Medikamente für Tiere sponsern und sammeln? Unterstützung der Administrationstätigkeiten wie u.a. Newsletter für Bosnien ? Unterstützung beim Aufbau neuer Tierschutzprojekte wie u.a. Tiertransporte in Bosnien?
DANN melden Sie sich bitte unter 0043-699-105-40-339 oder per email: lukacevic@chello.at
Kämpfen wir gemeinsam gegen das Elend der Tiere an!
Danke im Namen der Tiere!
IHRE
Mariane Ruiz
Projektleitung Bosnien/Sarajevo
Tel: 0043-699-105-40-339
lukacevic@chello.at
mary@tierhilfe-sueden-austria.at
21.07.2009
Kastrationsprojekt an Hunden in Bosnien/Sarajevo vom 21 bis 26. Sept. 2009
Aufruf an alle Bürger/innen in Sarajevo einen Termin für eine kostenlose Kastration
in der Veterinärstation unter der Telefonnummer 00387-33/470-240 zu vereinbaren.
Kämpfen wir GEMEINSAM gegen die steigende Anzahl der Streunerhunde an.
Der Durchbruch für die Zukunft der Strassentiere in Bosnien & Herzegowina
Ein Meeting am 17.09.09 mit dem Umweltminister Jusic, Dr. Brdaric dem Direktor der Veterinärstation und meiner Person sollte am Ende Früchte getragen haben.
Herr Brdaric und ich, waren uns einig, dass Sarajevo zwar durch die jährliche Massenkastrationen an Hunden langfristig eine Reduktion der Streunerproblematik erzielen kann - jedoch durch kontinuierliche Kastrationen - sprich tägliche Kastrationen - es mittelfristig auch gelöst werden kann. Hierbei ist das Land selbst verantwortlich, sich dem Problem zu stellen und unumgänglich ein Budget für die stattlichen Veterinärstationen bereit zu stellen. Hierbei soll die staatliche Veterinärstation kostenlose Kastrationen an Straßentieren anbieten.
Einerseits sollen die Hunde von den ehemaligen Mitarbeitern der Tötungsstation gefangen werden (nach langfristiger Rekrutierung!) – in die Veterinärstation zur Kastration gebracht werden und nach Genesung in ihr altes Territorium wieder freigelassen werden. Anderseits wird die Bevölkerung selbst aufgerufen, die Straßenhunde unmittelbar zur Veterinärstation zu bringen.
Mit diesem Ziel sind Herr Brdaric und ich ins Gespräch mit Herrn Minister Jusic gegangen. Es folgte zuerst eine Präsentation über die von uns in den letzen Jahren durchgeführten Massenkastrationen an Hunden in Sarajevo. Weiters wurden ihm statistisch-mathematisch vorgeführte Berechnungen über den rasanten Anstieg der Straßentiere - für den Fall das hierbei nicht sofort gehandelt wird – vorgeführt. Kontinuierliche Kastrationen, parallel zu Massenkastrationen (welche wir anbieten) sind somit die EINZIGE nachhaltige Lösung der Streunerproblematik.
Bedenke man, das die Tötungsstation bereits über 50 Jahr hinweg die Tiere auf brutalste Weise umgebracht hat und abgesehen vom ethischen Aspekt nichts als Kosten für die Steuerzahler verursacht hat, sagt einem der reine Menschenverstand, das hierbei anscheinend jemand falsche Entscheidungen getroffen hat und Gelder verschwendet wurden die sich in keinster Weise rentierten. Der Minister war von der Präsentation absolut überzeugt und ich möchte hierbei seine Worte zitieren: „Bereits in der Kindererziehung sind die Eltern verantwortlich, dass wir den Respekt zu den Geschöpfen dieser Erde von Anfang an entwickeln.“ Kaum zu glauben aber der Minister bzw. sein Vorgänger waren in der Vergangenheit für die Kosten-Budgetierung der Tötungsstation zuständig!
Nach einem harten Kampf der gesamten Tierrechtsbewegung in BIH ist das neue Tierschutzgesetz am 08.04.09 in Kraft getreten und die Tötungsstation darauffolgend geschlossen worden. Dies ist nun der perfekte Zeitpunkt, dass das damals geplante Budget für die Tötungsstationen nun für kontinuierliche Kastrationen vorzusehen ist. Mit ERFOLG! Das Budget für 2010 wird in den nächsten Wochen geplant und laut der mündlichen Zusagen vom Minister Jusic wird ein Budget für kontinuierliche Kastrationen von bis zu 150.000 Euro geplant.
Dieses Jahr hat das Kastrationsprojekt in Bosnien Sarajevo Massen von Mitbürgern bewegt. Bereits 2 Monate vor dem offiziellen Start wurden regelmäßig Infostände im Zentrum von Sarajevo organisiert. Tausende von Flyern und Postern wurden inmitten der Stadt verteilt. Die Aufklärung über das Kastrationsprojekt sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung über die Notwendigkeiten von Kastrationen standen täglich am Programm.
Durch die gezielte PR-Kampagne erreichten wir ein immenses Interesse der Medien. Unser Kooperationsparter Prijatelji Zivotinje BiH unterstützte das Projekt mit regelmäßigen Infoständen.
Alle Daten der kastrierten Tiere wurden in eine Datenbank aufgenommen. Jeder Hund wurde mit einer nummerierten Ohrmarke markiert. Die Datenbank hilft uns vor allem zu eruieren, in welchen Gebieten sich unsere kastrierten Hunde aufhalten bzw. wie sich das Rudelverhalten in Zukunft verändert. Unzählige statistische Berechnungen lassen sich aufgrund der aufgenommenen Daten berechnen. Rund 80% der kastrieren/sterilisierten Hunde waren weiblich. Davon waren rund 20 % trächtig mit insgesamt 123 ungeborenen Welpen! Es war somit nur eine Frage der Zeit bis diese Tiere das Licht der Welt erblickt hätten und ein mehr als trauriges Leben auf der Straße verbracht hätten.
Weiters wurden alle Hunde entwurmt, gegen Ektoparasiten behandelt, verarztet und betreut. Falls es sich um reine Straßentiere handelte, konnten sich die Hunde in den von uns erbauten Stahlboxen auskurieren. Kettenhunde wurden direkt nach der Operation vom Besitzer wieder abgeholt.
Neben all diesen Erfolgen ist man leider auch immer mit grauenvollen Geschehnissen konfrontiert. Hierbei möchte ich einen Teil dieses Berichtes Angel widmen.
Das Schicksal von ANGEL…
Im Zuge des Projektes hatte Mihrad ein Freund von mir und Tierschützer vor Ort einen Hund in einem für mich hier schwer in Worte fassenden Zustand gefunden und sofort in die Veterinärstation gebracht. Als Mihrad den Hund aus dem Auto setzte, hörten wir alle auf zu arbeiten und rannten vor die Tür. Selbst Tierärzte vor Ort waren fassungslos als sie den Zustand dieses Tieres sahen. Er war ein sehr großer wunderschöner Hund, ein reinrassiger „Tornjak“. Der Großteil seines Beines wurde aufgrund einer Jägerfalle abgerissen….doch das zerrissene Bein hing noch immer an ihn...Hautreste hielten die letzten Gliedmaßen noch fest. Sein zweites Bein war so verwundet und entzündet, dass es die doppelte Größe eines normalen Beines hatte. Würmer und Maden hatten sich im kompletten hinteren Gesäß eingenistet…unfassbare Schmerzen musste Angel erleiden. Warum nur?! Kaum zu glauben, Angel hatte sogar einen Besitzer. Ihm war es völlig egal, dass er tagelang mit zerrissenem Bein herum lief, vor Schmerzen winselte und bereits dem Tod ins Auge blickte. Die Nachbarn gaben sogar an ihn winseln gehört zu haben, doch keiner machte sich die Mühe diesem Geschöpf zu helfen. KEINER! Sogar eine Chip Nummer konnten wir in Angels Ort entdecken. Wie ist diese unendliche Gleichgültigkeit von Menschen nur zu verstehen? Hass und Wut durchwühlten meine Gedanken beim Anblick von Angel. Eine sofortige Anzeige gegen den Besitzer war die Folge. In Bosnien ist dieses Schriftstück leider noch als Staubfänger zu sehen. Angel bekam sofort Infusionen, da er bereits sehr ausgetrocknet war. Er war in einem sehr schwachen körperlichen Zustand, ich hatte das Gefühl, dass er bereits längst aufgegeben hat. Die Ärzte versuchten mit starken Mitteln die Würmer und Maden aus seinem Körper zu entfernen. Zahlreise tief entzündete Wunden übersäten seinen ganzen Körper. Dr.Faigl hatte mit einer Schere die letzten Reste seines Beines entfernt. Er wehrte sich überhaupt nicht, kraftlos und erschöpft ließ er alles über sich ergehen. Nun stand die Frage ob er die notwendige Operation überleben konnte, da der Rest seines Beines komplett verfault war und amputiert werden musste. Die Ärzte wagten die riskante Operation in den darauf folgenden Tagen. Am Ende der Operation, als das Bein bereits amputiert wurde, hörte Angels Herz für immer auf zu schlagen! Er hatte genug, zu viel Schmerz wurde ihm bereits zugefügt. Angel wir werden dich nie vergessen! Für deine Brüder und Schwestern werden wir weiter kämpfen!!
Derzeitige Situation in Sarajevo:
Die Schließung der Tötungsanstalt hat einen wesentlichen Durchbruch erzielt, doch dies führt dementsprechend dazu, dass sich Straßentiere stetig weiter vermehren. Gerade jetzt müssen wir noch mehr Druck ausüben – noch mehr Tiere kastrieren, da der Vermehrungsprozess irreparable Folgen mit sich bringen wird. Unglaublich viele Hunderudel sind dicht besiedelt im Stadtzentrum von Sarajevo. Der Hunger treibt sie in die Stadt – wo sie mehr als unerwünscht sind. Die Anzahl der Hunderudel nimmt weiters drastisch zu, da die Chancen aufs Überleben steigen nur wenn sich ein Hund einem Rudel anschließt. Wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass sich die Tötungsstation wieder öffnet! Wir wollen beweisen, dass die Schließung der Tötungsanstalt zu Recht ist und dies auch weiterhin gesetzlich verankert bleibt! In Kombination von jährlichen Massenkastrationen, täglichen Kastrationen in der Veterinärklinik vor Ort und der Erbauung eines staatlichen Tierheims, ist dies die EINZIGE humane und effektive Lösung der Streunerproblematik
Überfahren, verbrannt, erschlagen und erdrosselt! - Der Alltag für die Strassentiere in Bosnien…
Das Projekt 2009 war das letzte Projekt welches ich im Namen von Tierhilfe Süden Austria geleitet habe. Hiermit möchte ich mich bei Tierhilfe Süden Austria für die Unterstützung des Projektes innerhalb der letzen drei Jahren bedanken.
Mariane Ruiz, November 2009