5. Große Kastrations-Aktion in Bulgarien, Stadt Kazanlak, Oktober 2007
In einer Woche 98 Tiere kastriert ...
Weil unsere Dr. Gergana Tscherneva Anfang Oktober dringend bei der ersten, behördlich genehmigten Kastrations-Aktion in Sarajevo, in Bosnien-Herzegovina, im Auftrag der TIERHILFE SÜDEN arbeitete, konnten wir unseren Termin in Kazanlak erst Ende Oktober wahrnehmen. Auch hier kastriert seit einem Jahr der Gemeindetierarzt, Dr. Genko Mirev, in unserem Auftrag mittlerweile ganzjährig.
Keine Tiere bei Regen ...
Bei unserer Ankunft in Sofia wurde uns dann schon etwas mulmig: das Wetter war nicht auf unserer Seite. Regen, Sturm, Eiseskälte, am Abend der erste Schnee ...
Das wird schwierig werden, die Hunde einzufangen. Auch Dr. Mirev schaute recht skeptisch drein. Wir versuchten uns damit aufzumuntern, dass wir uns einredeten, der Regen würde ja bald aufhören. Am Sonntag früh beim ersten Blick aus dem Fenster, es schüttete! Es waren weder Hund noch Katz’ zu sehen, alles verkrochen sich vor dem Regen.
Die Menschen halfen mit ...
Doch es half nichts, die Tiere mussten eingefangen werden, wir waren ja nicht auf Urlaub in Kazanlak. Zum Glück erfüllte sich unsere Hoffnung - die Hilfe der Bevölkerung, von der Gemeinde wieder über unsere Kastrations-Aktion informiert, funktionierte schon ganz gut. Dr. Mirevs Telefon läutete pausenlos, die Zwinger füllten sich langsam mit Tieren.
Sylvana und ich waren wie üblich im Dauerstress; Futter besorgen oder pausenlos im Second-Hand-Shop Decken organisieren, denn bei diesem Wetter trocknete einfach nichts. Unsere Hunde brauchten es jetzt warm und weich! Wir mussten auch die wartenden Tierpatienten füttern und mit Streicheleinheiten trösten und verwöhnen. So ging es die ersten drei Tage, meistens nass bis auf die Haut, dabei schweres Kopfzerbrechen wegen des Einfangens der Miezen. Das würde dieses Mal nichts werden mit den Katzenfallen, dachten wir, doch das Glück war dann doch auf unserer Seite.
Die Sonne und die Tiere kamen ...
Veterinärin Gergana brachte aus Sofia nicht nur Assistentin Kristina, sondern auch die Sonne mit. Endlich, mit Beginn der Kastrations-Aktion wurde es fast wieder Sommer. Eine riesige Erleichterung für uns alle.
Die „Katzenmütter“ halfen mit ...
Um das Einfangen der Samtpfoten hatten wir uns umsonst gesorgt, mittlerweile hattenen auch die menschlichen „Katzenmütter“ von Kazanlak begriffen, dass Kastrieren die einzige Möglichkeit ist, das Elend einzudämmen.
So fingen sie die Maunzer, die sie füttern, selber ein. Wir mussten sie nur noch aus diversen Garagen, Kellern und Schuppen abholen.
Sobald die Katzen wieder munter waren, brachten wir sie zu ihren angestammten Plätzen zurück. Die vergangenen Diskussionen über das Thema Kastrationen sind endlich auch bei den Bulgaren angekommen.
Man brachte die Tiere freiwillig.
Städtisches Tierheim „Villa Dotschko“ ...
Nach den Kastrationen werden die Tiere - wie mit den Tierärzten und Personal vor Ort ausgemacht - zum Ausruhen und Stärken in einzelne Zwinger, mit Stroh und Decken ausgelegt, gebettet. Für diesen Zweck mussten natürlich die Decken oftmalig gewaschen werden und es freute uns, dass wir die von uns im letzten Jahr gekaufte Waschmaschine dazu benützen konnten.
Groß ist immer die Freude, wenn wir auf den Straßen von Kazanlak „unseren“ Straßenhunden mit Ohrmarken begegnen. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir gute Arbeit geleistet haben und die Tiere hier überleben können.
Der Blick über den Zaun zum bösen Nachbarn ...
Vor genau einem Jahr fanden wir hier im Nachbargrundstück Welpen an der Kette, ohne Unterstand, ohne Futter, das tiefste Elend. Die Hundebabys starben damals, nachdem wir sie befreien konnten, in unseren Armen.
Bald darauf hatten die Leute wieder Welpen an der Kette hängen. Unserem Tierarzt gelang es damals wenigstens, dass sie die Welpen im Garten frei laufen
ließen. Die Mutterhündin hatte weniger Glück. Sie war ihr Leben lang an der Kette an einem Baum angehängt, im Stamm sind noch die tiefen Rillen von der Kette. Der Besitzer hat die tote Hündin einfach dort verbrannt, wo sie jahrelang ihr Leben fristen musste. Sie wurde 5 Jahre alt. Fünf Jahre leiden - kein Dach über dem Kopf, egal ob sengende Sonne oder eisiger Schnee. Immer ohne Schutz, nie ein liebes Wort, nie ein Streicheln, nie laufen und spielen können.
Die Geschichte von Klein „Puppy“ ...
Dafür brachte uns diese Nachbarin einen Welpen ins Tierheim, eingepackt im Plastiksack, wie Müll. Den Kleinen habe sie angeblich zusammen mit seinen Geschwistern irgendwo gefunden, die anderen Tiere seien schon gestorben.
Der Welpe wäre krank, ob wir etwas machen könnten.
Natürlich! Wir waren uns schnell einig; wenn er es schaffen würde, bekommt sie ihn nie mehr zurück! Das Wunder geschah, diese Handvoll Hund überlebte die Nacht, eingebettet zwischen Wärmflaschen, begann er schon zu fressen. Sein sogenanntes Frauchen kam am Abend wieder, wir vertrösteten sie auf den nächsten Tag, er bräuchte noch Medikamente und ärztliche Betreuung, sagten wir. Aber was machen wir mit dem kleinen Wurschtel, wenn wir ihn nicht zurückgeben?
Zu klein zum Ausreisen ...
Nach Österreich konnten wir ihn noch nicht mitnehmen, er war noch viel zu jung und auch krank. Im Tierheim konnte er auch nicht bleiben, das gäbe Ärger. Guter Rat teuer? Unsere Gergana entschied sich ihn nach Sofia mitnehmen und der Nachbarin sagten wir einfach, er sei gestorben. Basta! Die ganze Belegschaft der „Villa Dotschko“ fing zu strahlen an, allen war klar, dass es die einzige Chance für Klein „Puppy“ war, zu überleben. Als wir dem Kleinen dies erzählten, stürzte er sich über sein Futterschüsselchen und interessiert sich plötzlich für sein Spielzeug. Er hatte verstanden!
Es konnten trotz der anfänglich widrigen Wetterumstände doch 98 Tiere kastriert werden. Für Klein „Puppy“ fing das Leben an, und eine Unzahl von Welpen wird erst gar nicht zum qualvollen Sterben geboren werden müssen.
Der Abschied von unseren Tieren ...
Wir verwöhnten in der restlichen Zeit noch unsere Tierpatienten und auch die Straßenhunde mit selbstgekochtem Futter, Leckerlis und Streicheleinheiten und verabschiedeten uns, wie immer schweren Herzens, mit allerlei Ermahnungen, brav sein, aufpassen, keine Katzen jagen, nicht vor ein Auto laufen, gesund bleiben.
Wir vergessen euch nicht, wir kämpfen und betteln weiter für euch. Wir kommen ganz bald wieder! Spätestens im Frühjahr 2008. In der Zwischenzeit haben wir in Kazanlak weit über 800 Straßentiere kastriert.
Bitte helfen Sie uns weiterhin, damit wir wieder unser Versprechen an die Straßentiere von Kazanlak einlösen können.
Gabriele Surzitza, November 2007
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Letztes Wochenende flogen wir nach Kazanlak um unsere kastrierten Streuner und die Menschen, die wir dort bereits kennen, zu besuchen. An unsere Borjana, die junge Tierschützerin, konnten wir wieder viel Futter übergeben, damit sie die Strassentiere füttern kann. Sie war es auch, die mich bereits zu Weihnachten letzten Jahres auf ein Kinderwaisenhaus aufmerksam machte. Natürlich lässt uns neben den Schicksalen der armen Tiere auch die Situation der Waisenkinder nicht kalt. So sammelten wir bereits in Österreich einen Koffer voll Spielzeug, das uns leider die Freigepäckssumme von 20 kg/Person nicht überschritten liess. Am Gelände des Waisenhauses tummelten sich einige Strassenhunde - mit Ohrmarken als bereits kastriert von uns gekennzeichnet - die aber sehr gut genährt schienen. Da wir nicht offiziell um einen Besuch angesucht hatten versprachen wir - auf Wunsch der sehr netten Schwestern - keine Fotos zu veröffentlichen. In letzter Zeit gab es einige negative Vorfälle damit.
Einen Teil der Kinder konnten wir im Besucherraum begrüssen. Ich habe selten zuvor soviele leuchtende Kinderaugen gesehen als ich den Spielzeugkoffer geöffnet habe. Es trieb uns allen die Tränen in die Augen und wir versprachen bald wieder mit Spielsachen zu kommen...
Im Gemeindetierheim lief alles gut, es waren viele Hunde vorbereitet für die laufenden Kastrationen, etliche waren auch schon mit Ohrmarken versehen. Unser Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev führt diese laufenden Kastrationen sehr gewissenhaft abseits der grossen Kastrationsaktionen durch.
Es ist schon erstaunlich - aber die Strassentiere finden immer wieder einen für sie gangbaren Weg um zu überleben und wir freuen uns sehr wenn wir sie wiedersehen. Wir haben etliche der kastrierten Hunde angetroffen und natürlich mit besonderen Leckerbissen gefüttert. Auch die kastrierten Katzen von den "Katzendamen" Frau Trifunka und Frau Matevka erfreuen sich guter Gesundheit. Diesen beiden Damen übergaben wir auch Futter für die Strassenkatzen.
Leider war das Wetter wieder, wie letztes Jahr im Herbst, sehr regnerisch und kühl. Als wir gerade unsere fleissige Helferin Borjana abholen wollten fuhr vor uns ein Auto und überfuhr einen kleinen Hund.
Der Fahrer stieg aus und gab dem Hund noch einen Fusstritt, damit dieser von der Fahrbahn verschwand. Er blieb am Strassenrand liegen und wir kümmerten uns natürlich sofort um ihn.
Wir gaben der kleinen Hundedame den Namen "FOXI" und entschieden uns aufgrund der Verletzungen dafür, dass wir sie mit nach Österreich nehmen wollten (siehe unter NOTFELLE).
Nun suchen wir für diese kleine Hundedame ein schönes Zuhause, das sie ihre schrecklichen Erlebnisse mit Menschen vergessen lässt.
Sylvana Stierschneider, 7.April 2008
Hier die aktuellen Bilder
22.7.2008
Unsere "Katzenmutti" in Kazanlak, Frau Tanya, hat uns um Hilfe gebeten. Insgesamt 14, fast verhungerte Katzen, hat sie auf der überlebensnotwendigen Suche nach Futter bei den Mistkübeln aufgelesen, zwei der armen Tiere konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten - so schwach und ausgetrocknet waren sie schon, dem Tod schon sehr nahe !
Wir haben unseren Kooperationstierarzt, Dr. Kamen, zu ihr geschickt mit der Bitte um medizinische Behandlung. Danach werden sie selbstverständlich kastriert.
Es wird Wochen dauern bis sie sich wieder erholt haben und zurück auf die Strasse können. Frau Tanya päppelt die armen Strassenkatzen nun auf.
Die Überlebenskünstler werden es schaffen, es war Rettung in letzter Minute, wir kämpfen um jedes Leben...
Unsere engagierte Tierschützerin vor Ort, Boryana, füttert weiter tagtäglich die vielen von uns zum Glück schon kastrierten Strassentiere (seit 2005 über 800 !!!) in den Strassen Kazanlaks.
Am Foto Boryana mit "LARA", eine der 1. kastrierten Strassenhündinnen.
BITTE HELFEN SIE UNS DEN ARMEN FAST VERHUNGERTEN STRASSENKATZEN ZU HELFEN UND AUCH BORYANA WEITERHIN MIT FUTTER FÜR DIE STREUNER ZU UNTERSTÜTZEN...





Sylvana, Juli 2008
3.11.2008
Herbstbesuch in Kazanlak / 9.-12. Oktober 2008
Durch das neue bulgarische Tierschutzgesetz, welches im Jänner 2008 in Kraft trat, haben wir heuer versucht, von den Kastrationsprojekten, die wir bis dato 2 x jährlich mit Tierärzten aus Wien und Sofia durchführten Abstand zu nehmen. Statt dessen finanzierten wir das ganzjährige kontinuierliche Kastrieren der Straßentiere durch unseren Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev.
Zum einen ist es zwar ungleich weniger Stress für die Tiere; es müssen nicht in kürzester Zeit eine große Anzahl an Straßenhunden, eingefangen, kastriert und wieder ausgelassen werden, andererseits ist natürlich die Zahl der kastrierten Tiere niedriger. Für das nächste Jahr überlegen wir daher, doch auch zusätzlich Kastrationsprojekte durchzuführen. Aber trotzdem konnten heuer bereits über 200 Straßentiere kastriert werden.
Ein Highlight unserer Besuche ist immer, wenn wir an den gewohnten Futterstellen, wieder "unsere" Hunde mit den Ohrmarken treffen. Nachdem die Ohrmarkennummer registriert ist, haben wir einen guten Überblick wie lange sie sich auf der Straße durchkämpfen. Trotzdem ist ihr Schicksal auf der Straße ein sehr ungewisses und manche haben nur das eine Glück "zur rechten Zeit am rechten Ort" zu sein. Wie z.B. der kleine Rüde "Harry".
Harry wurde im September kastriert, kam wieder mit Nr. 426 auf die Straße zurück. Nur dann schlug das Pech zu! Ein Auto überfuhr ihn, rücksichtslos wie die meisten, kümmerte sich weder der Fahrer noch die Passanten um den kleinen, schwerverletzten Hund, der hilflos im Straßengraben landete. Aber Harry hatte doch "Glück im Unglück". Der Unfall ereignete sich am Stadtrand von Kazanlak, Richtung Dimitrovgrad, wohin gerade unsere weitere Reise (zum Besichtigen der ehemaligen Tötungsstation) ging.
Wir packten den kleinen Burschen in unser Auto, nahmen ihm zum Tierarzt mit. Dieser stellte fest, ein Beinchen ist gebrochen und verpaßte ihm eine Schiene. Jetzt kuriert Harry seine Verletzung aus, schläft jeden Tag in einem weichen Körbchen und wartet im Tierheim bis die "österreichischen Tanten" wiederkommen und ihn auf seinen versprochen "Luxuslebenplatz" nach Hause mitnehmen.
Absulut kein Glück in ihrem kurzen Leben hingegen hatte die kleine rote Straßenkatze, die wir nebem einem Mülleimer fanden. Die kleine Samtpfote wurde von einer Kleinkaliberkugel im Auge getroffen.
Auf wehrlose, hungrige Katzen zu schießen, deren einziges "Verbrechen" ist, hungrig nach Futter zu suchen ist leider trotz Tierschutzgesetz offensichtlich noch immer üblich. Sterbend lag das Kätzchen am Beton.
Nur ihr Schwesterchen versuchte sie zu beschützen. Sie lag hilflos maunzend über dem, sich vor Schmerzen windenden, Körper der kleinen Mieze.
Wir packten beide Tierchen ein, brachten sie ins Tierheim und Dr. Mirev erlöste die Kleine von ihren Qualen. Unter Tränen begruben wir die arme Maus, sie steht für das Schicksal vieler 1000ender samtpfötiger Artgenossen in Bulgarien.
Die restliche, kurze, Zeit kümmerten wir uns auch um die Tiere im Tierheim. Ganz speziell um die 3 Hundemütter, die im September mit ihren, damals noch blinden, Babys
aufgegriffen wurden.
Diese Hundemütter sind natürlich extrem ausgezehrt und spindeldürr; die Kleinen kosten ihren Mamas viel Substanz. Darum wurden die Muttis auch mit speziellen Aufbaufutter verwöhnt.
Wenn sie schon die sicher nicht leichten Geburten, vom Menschen verlassen, ganz allein auf der Straße, überstehen mußten, sollen wenigstens die Hundekinder einen guten Start in ein hoffentlich einmal besseres Hundeleben haben. Eines der Babys hat es ja leider nicht geschafft > siehe "In Gedenken", aber für die anderen drücken wir ganz fest die Daumen.
Beim Füttern und Versorgen der Tiere hatten wir wie immer Hilfe von unserer Boryana - unsere engagierte Tierschützerin vor Ort und auch Tatjana aus Niederösterreich die uns begleitete. Tatjana nahm sich besonders um den kleinen, schwachen Welpen Henry an. Der kleine hilflose Wurm, zu schwach um selbst auf den Beinen zu stehen und zu essen, wurde mit Infusionen notversorgt und trat dann gemeinsam mit seiner Schwester Luisa, die Reise nach Österreich an. Leider ist eine medizinische Versorgung, nach österreichischen Maßstäben, in Bulgarien noch nicht gegeben, Henry hätte keine Überlebenschance gehabt. Auch bei uns zu Hause stand es lange Zeit sehr kritisch um den den Mann. Details dazu siehe in Kürze unter "Notfelle"
Trotz allem Engagement von IHNEN und von uns nimmt das Elend kein Ende. Bitte geben SIE - wie wir nicht auf - und helfen SIE uns um weiterhin den Straßentieren in Bulgarien ihr schweres Schicksal zu erleichtern.





































Gabi und Sylvana, Oktober 2008
30.06.2009
Ende April starteten wir zur 6. Kastrationsaktion wieder nach Kazanlak...
Unsere österreichische Tierärztin Verena Cerny, die auch wieder "Sehnsucht" nach den Straßentieren hatte, bot uns wieder ihre Hilfe an, so flogen wir am Sonntag zu dritt nach Sofia. Am Fluhafen erwarteten uns schon unsere bulgarischen Tirschutzfreunde. Statt Begrüßungsblumen drückten sie uns ein kleines Hundebaby in die Hände !! Gerade auf der Straße neben der toten Mutter gefunden !! Natürlich versprachen wir, das hilflose Hundekind mit nach Österreich zu nehmen. "Geschenke" müßen schließlich mitgenommen werden. So wurde die kleine Dame auf den Namen "Vera" getauft, bei unserer Sonya, dem Engel der Sofioter Straßenhunde, für die Woche einquartiert und wir machten uns auf den Weg nach Kazanlak. Der erste Tag verging noch mit der Begrüßung unser 4-(3) beinigen Freunde, austeilen von Leckerlis und Spielsachen, dem Einräumen der mitgebrachten Hilfsgüter und letzten Vorbereitungen für unser Kastrationsprojekt. Am nächsten Tag ging es los. Aus Sofia kam Dr. Nikolay Mechandschijski zur Unterstützung und so hatten wir mit unserem bulg. Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev genügend "Personal" um möglichst viele Tiere kastrieren zu können.
Die Gemeinde Kazanlak informierte im Vorfeld wieder die Bevölkerung via Fernsehen und Presse von unserem Vorhaben und wir selbst zogen auch noch mit Info-Flugblättern
durch die Stadt.
Am meisten interessierten sich wieder mal Hund und Katz was wir da so bei Bäumen und Laternen treiben. Komische Zettel aufhängen > kann man die auch verspeisen ??
Die neugierigen Herrschaften wurden natürlich gleich gefüttert und diejenigen ohne Ohrmarke (also nicht kastriert) gleich in unser Auto gepackt. Neugierde ist halt auch so
eine Sache !! Mittlerweilen kennen wir von unseren Fütterungstouren schon so viele Streuner "persönlich" , dass das Einfangen Ruck/Zuck funktioniert.Unsere Boryana, 14-jährige !!
Schülerin, große Tierfreundin und immer unsere größte Unterstützung in Kazanlak, half wie immer auch fleißig mit. Ausgerüstet mit Halsbändern, Leinen und Futter machte sie sich
auf die Suche nach den Pelznasen. Sie kennt sowieso mindestens die Hälfte von allen Straßenhunden, die meisten hören auch auf die Namen die sie ihnen gibt, so war es kein Problem
die Hunde anzuleinen und zu Fuß zu "Tante und Onkel Doktor" zu bringen. Als sie jedoch auf einen Streich gleich 6 Hunde an der Leine hatte, rief sie uns doch an, ob wir vielleicht mit
dem Auto kommen könnten, weil soviel auf einmal zum "Spazierengehen" war doch nicht so ohne. Es war für uns einerseits ein schönes Bild, wie alle friedlich um sie herumlagen und
auf die "Mitfahrgelegeheit" warteten, andererseits aber auch tieftraurig > so liebenswerte, menschenfreundliche Wesen und haben trotzdem kein eigenes Zuhause ! Jeder einzelne
hätte sich eine eigene Familie verdient, die ihn umsorgt und liebhat !!
Auch diejenigen Kazanlaker, die Straßentiere füttern, beteiligten sich fleißig. Teilweise brachten sie die Tiere selbst, die ohne Transportmöglichkeit riefen an und sagten uns, wann und
wo wir sie am leichtesten fangen oder auch nur abholen konnten. Die Mitarbeit war für uns alle sehr angenehm; in erster Linie für die 4-Beiner, da sie so viel weniger Stress ausgesetzt sind und zweitens konnte unser Dr. Mirev natürlich viel mehr mit seinen beiden Kollegen kastrieren, als wenn er ständig unterwegs sein muß um die Tiere einzufangen. Schön langsam sind wir alle ein gut eingespieltes Team, die Einwohner halten uns auch nicht mehr für Abgesandte von Tierversuchslabors !!, da geht die Arbeit schon schneller voran. Wir fanden sogar Zeit, im Tierheim den längst notwendig, zusätzlichen Zaun zu montieren. Damit können jetzt alle Hunde, die nicht krankheitshalber separiert werden müssen, im Rudel leben.
Der Zaun ist nicht nur eine Verbesserung für unsere Hunde, sondern bedeutet auch ein besseres Leben für den alten Straßenhund "Burgas" aus Sofia !! Er wurde von einem Tierfreund einige Monate gefüttert, dann kam der Winter, Burgas wurde immer schwächer, brauchte dringend eine Unterkunft. Weil wir uns damals spontan bereit erklärten, den armen alten Burschen in der "Villa Dotschko" ein Zuhause mit tierärztlicher Versorgung zu geben, spendete sein Menschenfreund den Zaun für unser Tierheim !! (Wir hätten den alten Herren natürlich auch so aufgenommen, freuen uns aber trotzdem sehr darüber...)
Nachdem der Zaun stand und auch die Kastrationsaktion klaglos ablief, machten wir uns zu einem Kontrollbesuch in den Zoo von Haskovo auf. Was wir dort vorfanden, übertraf alle unsere schlimmsten Alpträume !!!
> Den Bericht dazu - siehe HASKOVO 2. Besuch vom 30.04.2009.
Wieder zurück in Kazanlak fühlten wir uns fast zu Hause > in einer Stadt wo die Hunde, nicht zuletzt durch unsere Arbeit, nicht mehr umgebracht werden.
Neben Zaunbauen, Tiere transportieren, mit den Nachbarn weger schlechter Tierhaltung herumstreiten, kümmerten wir uns wie üblich um das leibliche und seelische Wohl unserer Schützlinge, der Fellpflege (manche bekamen noch vor der Rückkehr auf ihre angestammten Plätze einen flotten Kurzhaarschnitt verpaßt) und dem Kampf gegen Zecken und Flöhe, sowie um die Versorgung der Notfellchen, die, verletzungsbedingt, mit uns nach Österreich mitkommen durften. So wie Kater Garfield, der mit 2 verkrüppelten Vorderpfötchen von Dr. Mirev in einem Müllcontainer gefunden wurde > einfach und schnell entsorgt !! Kleines Hundemädchen Husti-Netti, die sich durch Verschlucken eines Knochen ständig hustend und röchelnd, eine Lungenentündung zuzog oder Hundebub Riko, der uns aus dem 90 km entfernten Dimitrovgrad gebracht wurde mit der Diagnose Autounfall > in Österreich stellte sich heraus, es wurde auf das kleine Fellbündel geschossen, 4 Luftdruck-Kugeln operierte unser Doc raus !!! Ebenfalls aus Dimitrovgrad kam auch noch die kleine "Baby".
Mit diesem Welpen spielten Zigeunerkinder Fußball !! Der dortige Tierarzt amputierte ihr zwar das zerquetschte Hinterbeinchen, aber die inneren Verletzungen waren entweder zu schwer bzw. wurden mit den einfachen Mitteln der Tierarztpraxis nicht rechtzeitig erkannt. Einige Stunden vor dem Abflug in ein besseres Hundeleben hat sich "Baby" ganz leise in den Hundehimmel verabschiedet. Machs gut dort oben, kleines Hundemädchen, wir trauern sehr um dich, hätten dir so gerne gezeigt, dass die Welt nicht nur aus Tierquälern besteht !!!
Im Handumdrehen war die Woche auch schon wieder vorbei, zu den laufenden, ganzjährigen Kastrationen konnten wieder zusätzlich 127 Hunde und Katzen kastriert werden.
Zum Glück war diesmal der Anteil an weiblichen Tieren besonders groß, so bleibt im Herbst einer Unzahl von Babys erspart, überhaupt in eine Welt voll Hunger, Kälte und Verlassenheit geboren zu werden.
Wir verabschiedeten uns von unseren Streunern und Tierheimbewohner noch mit einer Extraportion Futter und trösteten sie und uns damit, dass wir in einigen Wochen wieder bei ihnen sind.
In Gedanken sind sie sowieso immer bei uns !!
Für die großartige Hilfe und Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich bei:
Tierärztin Mag. Verena Cerny aus Wien, Tierarzt Dr. Nikolay Mechandschijski aus Sofia, "Burgas" dem ehemaligen Straßenhund aus Sofia für den Zaun
Boryana Todorova und Dr. Genko Mirev aus Kazanlak
sowie bei der Gemeinde Kazanlak und deren Bürgermeister Dr. Stefan Damyanov, der schon seit Jahren die Lösung des Problemes der Straßentiere nur auf humane Weise, eben durch ständiges Kastrieren der Tiere sieht. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Gemeinden rundherum !!!
Und natürlich bedanken wir uns bei IHNEN liebe SpenderInnen, ohne IHRE Hilfe können auch wir den verlassenen, verstossenen, verletzten Tieren nicht helfen.
Bitte unterstützen SIE uns auch weiterhin, das Elend und Leid der Streuner zu lindern !!
Danke dafür im Namen der 3-und 4 Beiner aus Kazanlak !!

Gabriele Surzitza und Sylvana Stierschneider
September 2009
Am 20. September flogen wir zum 6. Kastrationsprojekt für eine Woche nach Kazanlak / BG.
Wieder mit dabei war unsere "altbewährte" Mag. Verena Cerny aus Wien und "Bulgarienneuling" Mag. Martina Hayden aus St. Pölten. Nachdem Dr. Nikolai Mechandschijsky aus Sofia dringend für das Pilotkastrationsprojekt im Kosvo gebraucht wurde, waren wir über die zusätzliche Hilfe von Frau Mag. Hayden ganz besonders erfreut.
Obwohl wir am Sonntag erst spät Nachts in Kazanlak ankamen, war am Montag um 8 Uhr früh bereits "Dienstbeginn". Freudig begrüßt von unseren ständigen Tierheimbewohnern, sie wissen wenn die Österreicher kommen, ist doch in deren Taschen immer das Hotelfrühstück eingepackt, mißtrauisch beäugt von den "Kurzzeitpatienten", ging es gleich flott an die Arbeit. Unser bulgarischer Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev hatte schon vorgearbeitet und jede Menge Hunde eingefangen, damit den österreichischen Ärztinnen nicht langweilig wird.
Er selbst hatte noch ganz schön Streß um dringend benötigtes Kastrationsmaterial für den Kosovo zu besorgen. Da in Bulgarien deutlich billiger als bei uns, organisierte er einen Teil in seiner Heimat und dank unseres Flugpatens wurde alles via Wien in den Kosovo gesandt ! Zusammenarbeit Grenzenlos !!
Dr. Mirev zog am Dienstag in der Früh, bewaffnet mit Narkosegewehr gleich los. Kaum war Dr. Mirev weg, kamen von allen Seiten die Kazanlaker Einwohner, von der Gemeinde wieder per Fernsehen und Zeitung informiert, mit Straßenkatzen in Kartons und Hunden an provisorischen Stricken daher. Im Handumdrehen war buchstäblich die Hütte voll bis zum Dach. Sogar im Büro stapelten sich die Transportboxen mit den Patienten.
Jeder Tag ging sehr arbeitsreich über die Bühne. Nebst unserem Dr. Mirev zogen wir auch selbst los um Katzen und Hunde zur Kastration zu fangen.
Als wir gegen Ende der Woche die kastrierten Katzen wieder an ihre angestammten Plätze zurückbrachten fanden wir ein großes Hundeelend vor. Ein Rüde, nur ein Gerippe mit Haut, ohne Fell, mit großen vereiterten Wunden am Rückgrat, wankte auf uns zu. Wir waren sprachlos und entsetzt, haben schon viel gesehen, aber so ein Häufchen Elend, das noch lebte, war uns noch selten untergekommen. Natürlich wollten wir ihn ins Tierheim mitnehmen, er brauchte dringendst medizinische Versorgung und ordentliches Futter. Dr. Mirev der mit uns unterwegs war, holte das Narkosegewehr und eine große Transportbox.
Der alte Hundeopa legte sich völlig erschöpft neben die Geschäftstür und ergab sich seinem Schicksal. Und wirklich, er zuckte zwar im ersten Moment zurück, aber einige Streicheleinheiten über seinen armen Kopf und er hatte schon Vertrauen gefaßt.
Im Tierheim gab es als erstess ein weiches Bett in der Quarantänestation, ordentliches Futter und Zuneigung. Dann die erste Untersuchung, Antibiotikaspritze und Wundsalbe, zwei Stunden später sah unser "Burgo" schon viel besser aus. Er interssierte sich schon für seine Umwelt, kam zur Türe und begrüßte uns schwanzwedelnd wenn wir mit Leckerlis und Futter kamen.
Die Medikamente konnten nicht so schnell wirken, es war sicherlich die Liebe und Zuneigung die er, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben bekam, was ihm wieder Hoffnung gab. Wir versprachen, daß wir einen Platz für ihn finden werden, wo er bis an sein Lebensende immer nur glücklich sein wird. Er muß nur ein wenig Geduld haben, es dauert sicher nicht allzulange !!
5 verwaiste Katzenkinder , wir haben im Tierheim keine Möglichkeit Katzen für längere Zeit unterzubringen, und 4 verletzte Hunde fliegen mit uns nach Österreich zurück.
Unsere österreichischen Docs drehen auch noch eine Runde durchs Tierheim, der letzte Tag der Entwurmungskur ist da, jeder kriegt noch seine Tablette in ein Stück Extrawurst > Alle Patienten werden noch kurz durchgecheckt > alle wohlauf !!
Am Sonntag in der Früh wurde noch alles zusammengepackt, eine Kurzbesprechung mit Dr. Mirev bezüglich der Vorbereitungsarbeiten für den Winter, und uns von den Hunden verabschieden. Das ist immer das schlimmste für uns ! Wir gewöhnenen uns so schnell aneinander und jetzt müssen wir sie wieder verlassen. Unser einziger Trost ist, die meisten der Straßenhunde treffen wir immer wieder, wenn wir durch Kazanlak ziehen und sie erkennen uns sofort und freuen sich richtiggehend uns (und nicht nur unser Futter) zu sehen!
"Machts gut bis zum nächsten Mal, wir bringen wieder viele Leckerlis mit und wir lassen euch alle nicht im Stich !!"
Wir bedanken uns im Namen unserer Tiere ganz herzlich bei
Tierärztin Mag. Verena Cerny aus Wien und Tierärztin Mag. Martina Hayden aus St. Pölten
Tierarzt Dr. Genko Mirev aus Kazanlak
der Gemeinde und den Einwohnern von Kazanlak, die ein Herz für Tiere haben
und selbstverständlich bei IHNEN liebe SpenderInnen, ohne IHRE Hilfe ist all das nicht möglich !!
Bitte lassen SIE auch weiterhin die bulgarischen Straßentiere nicht alleine, helfen SIE uns deren Elend einigermassen zu erleichtern !!!
Die nächste Kastrationsaktion wird im Frühjahr 2010 stattfinden.
Gabriele Surzitza, Projektleitung Kazanlak (BG)
16.11.2009
Am 22. Oktober ging es auf große Spendenfahrt nach Kazanlak / BG !!
Den großen Transporter vollgeladen mit Hundefutter (1.420 kg) sämtliche verfügbaren Transportboxen, denn auf der Rückfahrt kommen viele unsere Sorgenkinder mit nach Österreich, jede Ritze ausgestopft mit warmen Decken und Matratzen. Zum Glück war mein Begleiter, der Besitzer des Transportautos, so wie ich in punkto eigenes Reisegepäck ein bescheidener Mensch, so das wirklich jeder verfügbare Raum für die Spenden zur Verfügung war und unsere Tiere jetzt gut für den Winter versorgt sind. Bei strömenden Regen ging die große Fahrt am frühen Abend los. 1622 km vor uns, na das haben wir ja bald geschafft ! Bis Grenze Ungarn ja noch ein Spaß, alles Autobahn, ab dann nur mehr beschwerlich. Die Fahrt quer durch Rumänien (über Serbien geht nicht, wir wollen nicht stundenlang beim Zoll herumhängen)über die Bundesstraße, dauernd auf die herumlaufenden Straßentiere achten, das einzige Stück Autobahn im ganzen Land sind die ca. 150 km rund um Bukarest. Na ja, was solls da müssen wir halt durch.
Am nächsten Tag um 7 h früh, die erste Rast kurz vor der bulagrischen Grenze. Schnell jeder einen Kaffee hinuntergschluckt, das bestellte Frühstück an die Streunerhunde rund um die Raststation verfüttert, ab ins Auto und weitergefahren. Dank Navi fahren wir nicht über die Donaubrücke bei Ruse, sondern gelangen irgendwo zu einer Fähre. Ist auch gut, mal was anderes, Wetter mittlerweilen schön, fast wie Urlaub !
In weiser Voraussicht, (bin schon voriges Jahr mal mit dem Auto nach BG gefahren) hab ich den Passagierraum des Transporters noch mit den kleineren Hundefuttersäcken vollgestopft, das hat sich im Donauhafen bezahlt gemacht! Während ich das Fährticket organisiere, will Manfred einen Streunerhund füttern > einen ?? ca. 20 Hunde sind auf einmal blitzartig aufgetaucht > alle haben sich sattessen können > dem Navi sei gedankt dafür !!
Kaum in BG eingereist, funktioniert Navi nicht mehr, Straßenkarte ist nicht dabei, die liegt gut zuhause ! Na bis Kazanlak finden wir schon irgendwie. Manfred macht in der Zwischenzeit ein kleines Nickerchen, wahrscheinlich wollte er gar nicht so genau wissen, wo wir da im Gebirge herumgurken! Als nach stundenlanger Fahrt, endlich der Wegweiser "Stara Zagora" auftauchte, war mir dann schon leichter, hat der eigene Orientierungssinn doch funktioniert.
Da der Großteil der Ortstafeln in cyrillisch geschrieben ist und wir über einen völlig anderen Grenzübergang kamen, als geplant, war ich nur nach außen hin, sprich Manfred gegenüber, optimistisch was die Weiterfahrt anbelangt. Aber es hat funktioniert! 23 Stunden nach der Abfahrt aus Wien waren wir in Kazanlak.
Zum Ausladen war es eh schon zu spät, also gings nur mehr Nachtmahlessen, danach die Streuner begrüßen und füttern und ab ins Hotel pennen !
Am Samstag früh ab in die Villa Dotschko zum ausladen. Unser Dr. Mirev und Helfer Slavi schüttelten nur den Kopf, sie waren fassungslos, was in so ein Fahrzeug alles reinpaßt.
Auch Manfred war ziemlich überrascht, was da aus seinem Auto rauskam. Ein Foto davon schickt er jetzt an seinen Autoverkäufer, gegen eine Tierschutzspende darf er das Bild als Verkaufsargument verwenden.
Und ich darf, wenn Manfred mit seiner Frau Elisabeth und Hündin Sui das nächste Mal Campen fährt, sein Wohnmobil einräumen > Hurra !!
Als "Verladespezialist" bist halt schon gefragt !!
Dank einer großzügigen Spende waren auch noch 120 kg frische Kutteln mit, ebenfalls ein riesengroßer Sack Nudeln, Slavi wurde gleich zum Koch befördert, damit die Hunde ein tolles Abendessen bekommen.
In der Zwischenzeit kam Sonya aus Sofia mit der nach einem Autounfall gelähmten Hündin Shoko und ihren 3 Babys, sowie dem armen Huskyrüden Balto, dessen Krankheit sich wieder verschlimmert hatte.
Zuerst wurden die Hunde untergebracht und versorgt, dann wurde Sonyas Auto mit Futter für Seslavtsi vollgeladen. Zum Glück kam sie mit einem Kombi, so das alle 300 kg,
die aus der Schweiz für sie zu uns nach Österreich geschickt wurden Platz hatten. Kaum war alles verladen, kam auch schon Svetlana aus Dimitroffgrad mit ihren Sorgenkindern.
Verwaiste Hundekinder, für die sie keine Zuhause mehr hat seitdem ihr Tierheim geschlossen wurde und einem kleinen Kater mit gebrochenen Hinterbeinen.
Auch die "Flüchtlinge" wurden schnell untergebracht und dann machten wir uns auf den Weg ins Zigeunerlager. Dort hatte Svetla bei einem Besuch in Kazanlak unseren 3-beinigen Ares an der Kette hängend gefunden.
Ares hatte schon ein Zuhause in Österreich, machte den Fehler und maschierte eines Tages mit einigen anderen Hunden in die Stadt. Seit Juli suchten wir ihn verzweifelt mit Steckbrief und Belohnung, keine Reaktion darauf.
Wie es den Zigeunern gelungen ist Ares einzufangen wiessen wir nicht, gegenüber Svetla behaupteten die Zigeuner, das es ihr Hund ist. Glück für Ares > wir hatten seinen Impfpass und konnten anhand der Chipnummer nachweisen, das er uns gehört und schon seit einem Jahr im Tierheim lebt. Der hübsche Bursche, nur mehr ein Schatten seiner selbst, wußte ganz genau, das es für ihn in ein besseres Leben geht. Er hat sich so gefreut, als wir hinkamen, lies sich sofort ein ordentlichen Halsband mit Leine anziehen und zog instiktmäßig nur mehr Richtung Auto.
Seine Freundin Gipsy, ebenfalls einige Zeit bei uns im Tierheim wohnend, hielt sich auch dort auf, die nahmen wir auch gleich mit.
Die Zigeunerfamily mit 17 Kindern, die schon nichts zum essen haben, brauchen nicht unsere Hunde auch noch !!
Wieder zurück im Tierheim, hatte "Koch" Slavi schon alles fertig und es ging ans große Hundefüttern !! Wir haben einige Stunden dazu gebraucht, es war nicht einfach, die Herrschaften jeden einzeln zu füttern, das Essen war viel zu verlockend, da will man schon auch noch die Schüssel vom normalerweisen guten Kumpel auch noch leeressen. Und wenn der sich das nicht gefallen läßt, zeigen wir ihm gleich die Zähne. So nicht, Herrschaften !
Seperates Futtern ist angesagt! Wie alle wirklich satt waren, gab es für die Nacht noch zusätzlich für jeden einen Nachschlag und für den nächsten Tag nochmals dassselbe.
Das war Weihnachten und Ostern gleichzeitig für unsere Lieben.
Am Sonntag früh Stress pur, bis alle Glücklichen gechipt und reisefertig waren, vergingen schon einige Stunden. Endlich waren alle im Auto, genügend Wasser, Futter, Leinen und Decken zum Wechseln falls was daneben geht, eingepackt und los gings Richtung Heimat. Wieder kein Navi, funktioniert in BG nicht wirklich, also kaufen wir jetzt eine Straßenkarte > das war Spaß pur. Gibt nur eine Bilderkarte wo zwar 498 Kirchen eingezeichnet sind, aber dafür nur vereinzelt Straßen. Aber zur Not wird gehen. Ist ja jetzt nicht so schwer, wir fahren Richtung Ruse, das können wir auch cyrillisch lesen und ist auch laufend angeschrieben. Bis es dann nicht mehr angeschrieben ist !
Bei den jetzt doch häufigen Zwischenstopps, die Hunde müßen ja auch Gassigehen und sich die Pfoten vertreten, fragen wir halt die Leute nach dem Weg. Ist nicht ganz so einfach, die wenigsten können englisch, aber so ungefähr hats doch funktioniert. Irgendwann Richtung Rumänien schaltet sich Navi wieder ein, wir freuen uns, nur > es ist nicht die Richtung nach Ruse. Irgendwann kommt uns die Strecke bekannt vor, da sind wir doch erst vorgestern gefahren. Müssen wir jetzt wider mit der Fähre übers Wasser? Mittlerweilen ist es spät am Abend, wielange fährt die eigentlich ? Jetzt hab ich ein mulmiges Gefühl, wenn das Schiff in der Nacht nicht fährt, wir haben die Hunde und Katzen im Auto, können nicht übernachten...... wir tauschen die Rollen > Manfred versprüht Optimismus !! Ist ja ein offizieller Grenzübergang, die Fähre ist sicher in Betrieb ! Ja er hat Recht gehabt !!
Alles funktioniert bestens, die Hafenhunde werden auch auf beiden Seiten der Donau wieder gefüttert, unsere Tiere sind auch versorgt und schlafen jetzt friedlich, wir können die restlichen 1200 km
angehen !!
Nach 27 Stunden Fahrt, wir haben zwar viel weniger Gewicht, aber die Rastpausen für die Tiere brauchen halt auch ihre Zeit, sind wir mit unseren "Notfellchen" wieder gut in der Heimat angelangt.
Alle Pflegefamilien warten schon sehnsüchtig und auch unser lieber Doktor Schick von der Tierarztpraxis Schloß Baumgarten in NÖ ist trotz Feiertag in Bereitschaft um die "Katastophenfellchen" stationär aufzunehmen.
Dank der Hilfsbereitschaft der Pflegetanten konnten fast alle unsere Sorgenkinder mitfahren.
blinde Brownie
dreibeiniger Ares und seine Freundin Gipsy
gelähmte Shokomama mit ihren 3 Babys aus Sofia
Cindy, Mary und Liza (die sich dann als Luis entpuppt hat) das Geschwistertrio, aus der Hundehölle Haskovo entkommen
Huskyrüde Balto aus Pernik
unser Burgo vom Marktplatz in Kazanlak, dem wir im September versprochen haben, das er noch ein schönes Hundeleben bekommt
Daniel, der 16 jahre alte kleine, zahnlose Maltesermix
Svetlas Katerchen mit den gebrochenen Hinterbeinchen und ihre Hundewaisenkinder,
ein kleiner Tigerkater aus Kazanlak, in der Lifttüre eingeklemmt und verletzt
Boyko, Borjana, Puppy und Beauty aus Dimitroffgrad die ohne Tierheim kein Zuhause mehr hatten
Sie alle haben es geschafft, dem strengen bulgarischen Winter zu entkommen !
Im Namen unser Schützlinge bedanken wir uns ganz, ganz herzlich bei:
Hrn. Manfred Mayr, Lama-Chemie, 1220 Wien, der sein Auto, seine Zeit und auch noch den kompletten Treibstoff zur Verfügung stellte > ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen !!
Animal-Hope Tierhilfe Nitra für Futter , Medikamente, Decken
Frau Ilse Netrefa, Barspende > für diesmal 120 kg frische Kutteln und beim letzen Speditionstransport für Transportkosten
Frau Sabine Netrefa, Barspende für den Ankauf von 2 neuen Hundehütten
Frau Sabine Bischof und ihrer Mutter, Steiermark, Futter, Decken, Nudeln
Fam. Steckenbauer, Salzburg, Futter, Decken,
Frau Anita Rumetshofer, OÖ, Futter, Decken, Medikamente
Frau Marion Srohmeier,Cafe Little Bit, 1200 Wien, Futter
Sun Studio, 1030 Wien, Handtücher
Frau Heidi Hui.Schweiz, Futter für Seslavtsi
Frau Mag. Ursula Knotek, Wien, Hundetransportboxen und Spende für OP von Mama Shoko
Frau Iris Brandstätter und Frau Silke Metzbauer, Futter und Decken
Karin, Michael und Riko, Wilhelmsburg, NÖ, Decken, Matratzen, Medikamente und Transportbox
Hrn. Dr. Josef Schick und seinem Team, Tierarztpraxis Schloß Baumgarten, .......Ollersbach, NÖ für die liebevolle Aufnahme und Behandlung von unseren 3 ärmsten Sorgenkindern.
Frau Mag. Martina Hayden, St. Pölten,für die Aufnahme der beiden verletzten Katerchen
Und natürlich bei allen Pflegefamilien, wir hätten nie gedacht, das sovielen Hunden die Flucht gelingt !! > Danke an dich, Daniela fürs organisieren der Pflegestellen !!
Gabi und Sylvana
Als Abschluß noch der Clou der ganzen Reise: solche Fahrten macht normalerweise jeder nur einmal mit, ich bin kein angenehmer Zeitgenosse bei sowas, Pause gibts immer nur zum Tanken und "Gassigehen", dann gehts gleich weiter. Auf der Heimfahrt hat mir Manfred gesagt, "du das war toll, wennst mich mitnimmst, fahr ich im Frühjahr wieder mit dir" > dafür danke ich dir persönlich ganz herzlich und mittlerweilen kennst mich ja schon > ich nehm das Angebot natürlich an !!!
10.12.2009
Unser kleines Tierheim "Villa Dotschko" in Kazanlak / BG, ursprünglich nur für die alten, kranken oder verletzten Hunde, die nach dem kastrieren nicht mehr auf die Straße zurückkommen gedacht, ist mittlerweilen auch für viele Hunde aus den umliegenden Gemeinden und Städten
(wo die Straßentiere noch immer gnadenlos verfolgt werden) zu einem Zufluchtsort geworden.
Wir können nicht NEIN sagen, wenn wieder eine der einheimischen Tierschutztanten um Aufnahme für so ein armseliges Bündel Elend bittet.
Speziell jetzt im Winter ist es besonders schlimm.
Egal ob sie aus Dimitrovgrad, Stara Zagora, Haskovo !! oder Sofia kommen, bei uns in Kazanlak gibt es für die größten Not-felle
eine volle Futterschüssel und SICHERHEIT !
Allerdings ist es dadurch jetzt ziemlich "ENG" im Tierheim. Die Straßenhunde brauchen auch ein Dach über den Kopf.
Unsere vorhandenen Hundehütten reichen bei weitem nicht mehr aus für alle.
Dringendst müssen zusätzliche Hütten vor Ort gezimmert werden, damit die Hunde vor Schnee, Regen und dem eisigen Wind geschützt sind !
Wir bitten SIE um IHRE Hilfe für "unsere" Hunde !
Die Kosten für 1 Stk. winterfeste Hundehütte betragen nur Euro 50.-
Jede gespendete Hütte bekommt ein Namensschild des Spenders (so wird man "Hauseigentümer in BG") und danach gibt es für SIE ein Foto von "Ihrem Haus"
> siehe Bild: Dank der Hilfe von Tierfreunden konnten schon 3 Hütten bezogen werden.

Allerdings bitten wir um Verständnis, daß "Namensschilder" erst im Februar, wenn wir selbst wieder vor Ort sind, montiert werden können
(aus Kostengründen !! > wir machen die Schilder selbst und nehmen sie im Gepäck mit)
DANKE für Ihre Hilfe im Namen der bulgarischen Straßenhunde, Gabi & Sylvana, Tierhilfe Süden Austria !!
Als Dank für Ihren gespendeten Unterschlupf erhalten Sie unseren Kalender 2010.
Spendenkonto Raiba St. Pölten BLZ 32 585 Kto. Nr. 4 109 229 IBAN: AT 893258500004109229 BIC: RLNWATWWOBG
Verwendungszweck: Hundehütte Kazanlak (bitte Adresse bzw. e-mail nicht vergessen für Schild wenn gewünscht !!)
März 2010
Ein RIESENGROSSES Dankeschön an alle " bulgarischen Hausbesitzer " von den 4-beinigen " Untermietern " !!
Ein Großteil der gespendeten Hundehütten für die Bewohner der "Villa Dotschko" in Kazanlak / BG ist bereits fertig und auch schon bezogen.
Gerade rechtzeitig, denn der heurige Winter ist eine Katastrophe für die Tiere.
In manchen Nächten bis zu -29°, Unmengen von Schnee, kurze Wärme, dann wieder Regengüsse, daß man die Hand nicht vor den Augen sieht, die Straßen teilweise unpassierbar, sie bestehen nur mehr aus Schlamm und Morast.
Das Wetter war so widerlich, daß sich einige der
Herrschaften die Futterschüssel sogar in die Hütten servieren ließen. Sie wollten gar nicht rauskommen > schön trocken da drinnen. Da stellen wir keine Pfote vor die Türe !!
Die ganz Schlauen liegen sogar zu zweit und zu dritt in einer Hütte, damit es ja schön warm wird. Da wird dann auch der nicht ganz so gute Kumpel auf einmal zum allerbesten Freund.
In einer ganz kurzen Regenpause haben wir zwar begonnen die Namensschilder zu montieren, jedoch konnte der Plan nicht vollendet werden. Kaum war alles hergerichtet und die ersten Schilder montiert, versank die Welt wieder im Schneeregen. Wie uns dann das eiskalte Wasser beim Kragen rein und bei den Hosenbeinen wieder rauslief, haben wir die Aktion für diesmal beendet und sind Hundefutter kochen gegangen.
Wir werden die "Schildmontage" im April beim Kastrationsprojekt vollenden und die nächsten Bilder dann hier beifügen.
Dafür bedanken sich alle 4-und 2 Beiner aus der "Villa Dotschko" sehr, sehr herzlich bei IHNEN !!!
Gabi, März 2010
03.10.2010
8. Kastrationsprojekt in Kazanlak vom 26.4.-2.5.2010
Fast schon ein "Routineausflug" war das heurige Frühjahrskastrationsprojekt
in Kazanlak / Bulgarien. Sind wir doch bereits zum 8. Mal vor Ort, die Crew
wie immer dieselbe: unser bulgarischer Tierheim-Doc Genko Mirev und die
beiden österreichischen Tierärztinnen Mag. Verena Cerny aus Wien und Mag.
Martina Hayden aus St. Pölten, die wieder einmal ihren Urlaub für die
Streunertiere geopfert haben.
Als einziger "Projektneuling" war unser lieber Manfred Mayr aus Wien mit,
der wie schon im Oktober 2009 wieder seinen riesengroßen Lieferwagen und den
Treibstoff zur Verfügung stellte und bereits 2 Tage vor Projektbeginn
gemeinsam mit mir und fast 2.000 kg Tierfutter den weiten Weg quer durch
Rumänien und übers Gebirge in Kauf nahm.
Wie immer, war die Aktion von der Gemeinde bereits angekündigt und im
Tierheim warteten schon die 4-Beiner, vor dem Tierheim die 2-Beiner mit den
von ihnen gefütterten und eingefangenen Straßentieren.
Obwohl wir immer
wieder sprachlos sind, wie sie die Tiere herbeischaffen, Katzen und Hunde in
Kartoffelsäcken, Hunde im Kofferraum !! sind wir auf der anderen Seite doch
froh über die Resonanz und dass unsere Arbeit mittlerweilen so gut ankommt.
Nach der Kastration schaut der Heimweg dann sowieso immer anders aus. Für
die Miezen leihen wir unsere Transportboxen her < die wir auch immer brav
retourbekommen, die Daten werden genauest aufgenommen und ein Pfand
eingehoben !! Und die Hunde führen wir wenn es nicht anders möglich ist,
selbst mit dem Auto und zwar auf Decken liegend oder in den großen
Hundeboxen, an ihre angestammten Plätze zurück.
Nur gar so mit "Routine" wars natürlich nichts !! Gleich am ersten Tag war
eine schwarze Hündin notzuversorgen. Sie geriet bei einer Rauferei mit ihren
Artgenossen zwischen die Fronten, der Enderfolg war eine komplett
aufgerissene Bauchdecke, die unser Dr. Mirev schon mehrmals genäht hatte,
die aber immer wieder aufriss. Vollgepumpt mit Antibiotika kämpften sich er
und die Hündin über die Runden, bis die österreichische Verstärkung eintraf.
Allerdings waren auch die beiden Damen ziemlich ratlos, soweit ist unser
Tierheim noch nicht eingerichtet um solche riesigen Wunden wirklich
sachgemäß zu behandeln. Also gut, Hund kommt mit nach Österreich, aber die
lange Autofahrt wird sie nicht schaffen, besser sie fliegt. Aber eine Woche
ist noch lange und die Verletzung sehr schwer.
Vor allem weil Holly, so
wurde sie von Mag. Hayden getauft, anfing aufzugeben. Sie wollte nicht mehr
trinken und nicht essen. Die Infusionen konnte ihr armer, geschundener
Körper auch nicht mehr verarbeiten. Holly lag nur mehr reglos auf ihrer
Kuscheldecke und wartete aufs sterben. So einfach macht man sich aber auch
nicht in den Hundehimmel davon, zuerst versuchten wir es mit dem
Allheilmittel, Hühnchen mit Reis und Gemüse. Siehe da, das weckte dann doch
die letzten Lebensgeister in ihr und zuerst in winzigen Stückchen, einen Tag
später schon kaffeelöffelweise, fing sie doch wieder zu fressen an.
Aber bis
zum Heimflug am Sonntag war es noch immer sehr lange und ihr Zustand noch
immer recht bedrohlich. Eigentlich musste sie auf schnellstem Weg in eine
heimatliche Tierklinik.
Unser Manfred erklärte sich spontan bereit mit ihr
nach Hause zu fliegen, sie zu unserem Dr. Schick zu bringen und wieder
zurückzukommen (schließlich musste er ja gemeinsam mit mir wieder die weite
Heimreise mit dem Auto und den anderen "Notfellen" antreten, für eine Person
alleine ist es mit kranken und verletzen Tieren einfach nicht machbar).
In
der Donnerstagmaschine nach Wien war noch Platz für eine Hundebox und los
ging die Reise. Holly wurde bei unserem Dr. Schick sofort operiert und heute
ist sie eine quietschvergnügte Hündin, die auch schon ein ganz tolles
Zuhause gefunden hat und ihrer Familie sehr viel Freude bereitet.
Allerdings war unsere Holly nicht die einzige Herausforderung dieser Woche.
Eine der eingefangenen Hündinnen hatte vor längerer Zeit wahrscheinlich
einen Autounfall, in ihrem Inneren war nichts mehr an ursprünglicher Stelle.
Unsere Ärztinnen hatten die kleine Maus fast 4 Stunden am OP-Tisch, bis
alles wieder ok war. Fast alle weiblichen Tiere waren trächtig, wieviel
Tierelend wäre da wieder geboren worden So ging es die ganzen Tage dahin,
Patienten versorgen, Tierheiminsassen füttern, Fellpflege und Spaziergehen,
Straßentiere füttern und die einheimischen "Tierschützer" moralisch
aufmuntern.
Schnell war die Woche herum, wir konnten 128 Straßentiere
kastrieren, viele kleinere und auch größere Verletzungen behandeln und
vielen von ihnen einem vollen Bauch bereiten. Als noch am Samstag unsere
Sonya aus Sofia auf Besuch kam, hatte sie einen total ausgehungerten
Jagdhund neben der Autobahn aufgelesen.
"Ernesto" konnte weder essen noch
trinken, die Alternative war entweder sofort einschläfern, weil in Bulgarien
hatte er keine Chance oder nach Österreich mitnehmen. Aktuell zu finden
unter unseren "Notfellen"...
Am 1. Mai ging für Manfred, mich und viele Sorgenkinder (Tiere), quer aus
ganz Bulgarien kommend, die Heimfahrt nach Wien los.
Was die ersten ca.
1.000 km ganz gut lief, endete dann mitten in Rumänien im Straßengraben !!
Ein uns entgegenkommender LKW, der mehr als seine Straßenseite benötigte,
machte der Reise ein abruptes Ende. Der größte Schreck war "was ist mit den
Tieren, es ist so still bei denen" nach einem zaghaften Blick durchs
Fenster, das große Aufatmen, alle Boxen sind auf ihren Platz, die
Transportsicherungen haben gehalten, keine Box ist aufgegangen. Nur müssen
alle Käfige raus aus dem Auto, damit wir aus dem Graben gezogen werden
können. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken, was nun ? Der erste Anruf
war bei unserer restlichen Crew in Kazanlak, zum Glück, für uns, ging der
Rückflug der Kolleginnen nach Wien erst in der Nacht, und um Hilfe bitten.
Der Mann von unserer Martina Hayden machte sich sofort mit dem großem
Anhänger und einer Tierarztassistentin auf den Weg nach Rumänien.
Auch gab
es in der Nähe einen einheimischen Tierschutzverein "APAM" aus Arad, die
sofort Hilfe zusagten. In der Zwischenzeit blieb ein Kleinbus mit Wiener
Kennzeichen stehen, Fahrer und Beifahrer Rumänen, die in Wien wohnen und
arbeiten. Die beiden jungen Männer waren sofort bereit zu helfen, hoben die
schweren Tiertransporter aus unserem Fahrzeug, stellten die Tiere so gut es
ging in den Schatten, bzw. halfen beim Abdecken mit Leinentücher um den
Tieren ein wenig Sicherheit vorzugaukeln, kümmerten sich um Wasser für die
Hunde und für uns, sowie um Abschleppen und Reparatur des Autos. Ziemlich
bald danach kam Christina mit ihrem Mann vom Verein APAMO, wir konnten
unsere Schützlinge in deren Auto umladen und es ging in deren Tierheim. Dort
wurden erst die 4-Beiner versorgt > Gassi gehen, Wasser trinken, Futter
fassen, dann gab es für uns 2-Beiner eine Stärkung.
Unser Auto konnte so
notdürftig repariert werden dass wir wenigstens langsam Richtung Heimat
fahren konnten. Bei der Grenze zu Ungarn trafen wir auf die Hilfe ausÖsterreich.
Martinas Mann war auch schon da, unsere Sorgenkinder machten
nochmals einen Fahrzeugtausch mit und dann ging es endlich nach Hause.
Um
Mitternacht waren wir endlich in Wien, alle erschöpft und müde, aber zum
Glück auch unverletzt. Kurz darauf landeten unsere Kolleginnen in Schwechat,
in deren Begleitung noch 3 verletzte Hunde, mit denen es sofort in die
Tierklinik ging. Unter ihnen der arme Ernesto von der Autobahn !
So wurde aus einer eigentlich schon "ganz gewöhnlichen" Kastrationsaktion ein "Abenteuertrip" für Tier und Mensch !! Aber auch wenn uns das ganze wieder mal viel Nervenkraft und auch Tränen gekostet hat, davon lassen wir uns nicht unterkriegen! Haben wir doch wie immer den Streunern in Kazanlak versprochen, dass wir im Herbst wiederkommen, wir lassen sie nicht im Stich und mit IHRER Hilfe, werden wir wieder unser bestes tun, damit soviel Tiere wie möglich kastriert, medizinisch versorgt und auch gefüttert werden können. Die Streuner sind auf IHRE und unsere Hilfe angewiesen, sie haben niemanden der für sie sorgt und sich um sie kümmert!!!!
Wie immer bedanken wir uns recht herzlich bei IHNEN liebe SpenderInnen, bei Frau Mag. Verena Cerny, Frau Mag. Martina Hayden und ihrem Mann, Dr. Genko Mirev und der Gemeinde Kazanlak als auch unseren bulg. Tierschutzkolleginnen und ganz besonders bei Christina, ihrem Mann und ihrer Mutter Victoria von APAM www.apam.ro, sowie dem liebenswürdigen rumänischen Helfer der Landstraße, Gabriel > ohne euch 4 wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen !!!
(persönlich möchte ich mich auch noch bei meiner Freundin und Tierschutzkollegin Sylvana bedanken, die bei der ganzen "Unfallgeschichte" emotional sehr stark mitbeteiligt war)
Gabriele Surzitza
Projektleitung Kazanlak
18.10.2010
Der Verein Respektiere hat einen tollen Bericht über unsere Arbeit in Bulgarien geschrieben...
Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt so positiv hervorgehoben wird und bedanken uns bei Tom Putzgruber von Respektiere und Erwin Denkmayr vom Sternenhof von ganzem Herzen !
04.11.2010
Unser 9. Kastrationsprojekt, wieder ein Gemeinschaftsprojekt von Tierhilfe Süden Deutschland e.V. und Tierhilfe Süden Austria von 6.10.-11.10. 2010 in Kazanlak / BG
stand diesmal unter keinem guten Stern. Kaum in Sofia gelandet und mit Sonya Mitreva, dem "Schutzengel der Sofioter Straßentiere", die für diese Woche ihre Tätigkeiten einer Freundin übertrug um uns in Kazanlak zu helfen im Auto, ging der Ärger schon los. Der Veterinärdirektor für den Bezirk Stara Zagora zu dem auch Kazanlak gehört, erklärte das Kastrieren im Tierheim sei nur mehr mit Tierärzten aus Kazanlak gestattet !!! Unser Dr. Mechanschinsky war aber bereits auf den Weg von Sofia nach Kazanlak. Wir waren entsetzt, wollten das so nicht akzeptieren, wandten uns hilfesuchend an unsere zuständige Gemeinde. Auch deren Mitarbeiter waren genauso sprachlos wie wir, verstanden nur zu gut unsere Argumente, konnten aber nicht helfen. Das Tierheim untersteht zwar der Gemeinde, aber oberste Instanz ist doch der Herr Veterinärdirektor! Unsere Vorschläge, doch lieber in Haskovo seines Amtes zu walten und hier in Kazanlak wo seit Jahren alles bestens und zur Zufriedenheit der Einwohner, der Gemeinde und vor allem auch UNS läuft, Ruhe zu geben, wurden nur milde belächelt. Ist ja klar, in Haskovo wo die Straßetiere bestialisch gemordet werden hätte es für den Herrn ja Arbeit gegeben. Da war er besser gleich gar nicht zuständig. Vor allem war sein Eingreifen hier in Kazanlak ja wirklich dringend > wurde doch von einem ortsansässigen Tierarzt offiziell gemeldet " hier verdienen sich Sofioter Tierärzte und der Gemeindetierarzt eine "goldene Nase" mit den Ausländern, da wollen wir anderen auch mitnaschen" !! Da hatte der Herr Direktor, dem Geld auch nicht gerade unwichtig ist, natürlich vollstes Verständnis und mußte auf der Stelle einschreiten. Gefahr in Verzug !!!!
So ließen wir uns das natürlich nicht gefallen. Wir wollten nicht mit fremden Ärzten arbeiten, da wir aus langjähriger Erfahrung wissen, daß nur die allerwenigsten von ihnen kastrieren können.
Also erklärten wir - "ok, wir kastrieren nur mit Dr. Mirev, dem ständigen Tierheim-Doc und zugleich Gemeindetierarzt, die Tiere werden halt wir einfangen und die Einwohner werden sicherlich auch welche bringen. Die geldgierigen Ärzte können ins Tierheim kommen, wenn sie wollen unter der Aufsicht und strengen Kontrolle unseres Doktors einmal zeigen, was sie können,
ABER GELD GIBTS KEINES DAFÜR !! " da lies das Interesse an der Sache sehr schnell nach !! Es kam zwar am ersten Tag so ein "tierfreundlicher" Arzt daher, wie sich später herausstellte der nette
Mensch der die ganze Angelegenheit erst angezettelt hatte, schwang große Reden und war uns auf Anhieb so "sympatisch" das wir ihm den Zutrit zu Tierheim und OP-Raum gleich verweigerten. Es gefiel ihm zwar überhaupt nicht, aber er mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen. Wir dachten nun hat sich alles geklärt und wir können in Ruhe weiterarbeiten. War nicht so, am nächsten Tag kam
dann eine Ärztin mit dem selben Begehr, allerdings gab sie gleich zu, daß sie gar nicht kastrieren kann, sondern das jetzt als willkommenes Übungsprogramm sieht. Klar, Versuche an "unseren" Straßentieren ! So nicht, gute Frau !! Sie durfte lediglich unserem Dr. Mirev über die Schulter blicken und ihm die Injektionsspritze reichen. Aber all dies kostete jede Menge Zeit, etwas was wir schon gar nicht hatten, sollte ja möglichst viel weitergehen in dem Aktionszeitraum. Da kam unser Dr. Mirev auf die blendende Idee, er fährt mal mit seiner Kollegin Hundefangen, damit sie sieht wie das tolle Lebens eines Tierheim-Doktors so ist. Das hat ihr dann restlos die gute Laune gekostet und sie ist ebenfalls verschwunden !
Um die verlorene Zeit, die mit sinnlosen langwierigen Gerede vertan wurde, wieder einzuholen, arbeitete unser Doc und seine beiden freiwilligen Assistentinnen Ivelina Nedkova und Antoaneta Ilyeva von der Gemeinde Kazanlak, auf Hochtouren bis spät in die Nacht hinein. Wir waren natürlich auch schwer im Einsatz, die Hunde die erst am Abend zur OP kamen, mußten ja noch besser untergebracht werden, als die, die noch bei Sonnenschein wieder fit waren. Also alle beheizbaren Räume freimachen für die Hündinnen, die Rüden in den gut isolierbaren Zwingern unterbringen, alles mit Decken und Polstern ausstopfen, die Nächte waren schon sehr kalt. Durch den ganzen Aufruhr war natürlich auch keine Zeit, die schon länger kastrierten und gesunden Tiere wieder zurück an ihre angestammten Futterstellen zu bringen. Es blieben ganz einfach alle im Tierheim, das aus allen Nähten zu platzen drohte. Zwei der Zwinger sowieso blockiert, hier war das "Elend pur" untergebracht. Ein ganzes Rudel halbverhungerter, schwer an Demotex erkrankter Hunde, die Dr. Mirev auf der örtlichen Mülldeponie aufgelesen hatte. Ein einziges Bild des Jammers > Gerippe mit Haut, offenen Wunden und fast kein Fell ! Bei den armseligen Gestalten war an eine Kastration gar nicht zu denken, die armen Hunde hätten die Narkose nicht überlebt. Wir Frauen übernahmen sofort nach Einschulung durch den Doc die medizinische Versorgung und vor allem auch das aufpäppeln. Zuerst herrschte ja noch Panik, sicherlich kannte die ganze Meute keinen einzigen Menschen, der es jemals gut mit ihnen meinte. Doch nach der ersten ordentlichen Mahlzeit war das Vertrauen rasch hergestellt und dann durften wir uns auch um ihr gesundheitliches Wohl annehmen. Auf jeden Fall war ihr Zustand die "Rückversicherung" für kein Leben mehr auf der Straße ! Bis sie endgültig gesund sind, haben sie sich so an das Tierheim und die Menschen gewöhnt, das sie solange bleiben, bis es für jeden von ihnen ein wirkliches Zuhause gibt, wo man sich auch gut um sie kümmert.
Gegen Ende der Woche kam dann noch Besuch aus Österreich . Vertreter von "RespekTiere" und der deutschen Organisation "Sternenhof" wollten sich mal ein Bild davon machen wie so eine Kastrationsaktion eigentlich abläuft und verbanden ihren sowieso geplanten Aufenthalt in BG mit einer Kurzvisite bei uns. Sie hatten auch ein nettes Gastgeschenk für uns. Borgten sich den Tierheimbus, um zurück nach Stara Zagora zu fahren, wo sie beim Tanken eine total abgemagerte 3-beinige Hündin mit 9 Baby gefunden hatten. Gleich mitnehmen konnten sie sie nicht, da in den Kleinwagen nicht mal mehr eine Maus hineinpaßte. So mußten sie die Familie schweren Herzens einige Zeit zurücklassen. Mit der großen Angst im Hinterkopf, was wird ihr in den ca. 3 Stunden geschehen bis sie wieder zurück sind? So unmittelbar neben der Schnellstraße ? Aber alles ging gut! Wahrscheinlich hatte Mama Hund verstanden, daß die Rettung nahe ist und blieb darum mit ihren Kindern im Gras liegen ohne sich von der Stelle zu rühren. Schnell waren alle in der großen Transportbox und zurück gings nach Kazanlak. Vorher sollte noch getankt werden, damit nicht noch der Sprit ausgeht mit der heiklen Fracht. Was lag bei der Tankstelle ? Eine trächtige und klapperdürre, ausgehungerte Hündin !! Na auch sie bestieg den Bus nach Kazanlak dann gings los. Und mit einem Schlag hatten wir noch 11 Hunde mehr im Tierheim, die jetzt irgendwo untergebracht werden mußten. Schnell wurde noch ein Zwinger freigemacht, geputzt und mit warmen Decken ausgelegt und die Herrschaften waren mal für die erste Nacht untergebracht. Am nächsten Tag mußten wir dann eine der beiden Quarantänestationen als "Wöchnerinnenzimmer" umfunktionieren, denn das Welpenzimmer war schon mit ebenfalls einer Mutter und 6 Baby belegt. Wo werden die alle einmal ein Zuhause finden ??
Wir kastrieren ja in Kazanlak ganzjährig die Straßentiere, 2 x jährlich in einer großen Aktion und trotzdem gibts immer wieder Nachwuchs. Unsere große Hoffnung ist da die Unterstützung der Gemeinde via Printmedien und TV. Diesmal kam nicht nur das örtliche Fernsehen, sondern auch ein Team aus Stara Zagora. Sonya Mitreva war die perfekte Interviewpartnerin, sie appelierte eindringlichst an die Zuschauer, auch ihre eigenen Tiere zum kastrieren zu bringen. Denn das Hauptübel sind die privat gehaltenen weiblichen Tiere, die in Gärten leben oder auch schon mal von Zuhause ausbüchsen und dann mit Nachwuchs überraschen. Die ungewollten Babys werden meistens rausgeschmißen (leider auch in hierzulande nicht unbekannt !!), oftmals auch gleich mit der Mutter ! Einige überleben trotzdem, streunen herum, werden erwachsen, bekommen wieder Nachwuchs bzw. die Rüden suchen sich den Weg zur nächsten läufigen, privaten Hündin und so ist das ein ewiger Kreislauf und ein nie endendes Elend für die Tiere !! Sonyas Appell zeigte aber offensichtlich Wirkung! Nach Ausstrahlung der Sendung gab es ein regelrechtes Gedränge vor dem Tierheim, soviele Leute brachten ihre Hunde und Katzen zum Kastrieren. Ein Hoffnungsschimmer für die Tiere ?! Wir sind auf jeden Fall zuversichtlich ...............auch im Hinblick darauf, daß trotz aller dermaligen Schwierigkeiten 138 Tiere, davon 79 weibliche, kastriert werden konnten und viele Babys erst gar nicht geboren werden !
Die Zeit war wie immer viel zuwenig, die Arbeit wie immer mehr als genug; 160 Tiere im Tierheim wollten jeden Tag mit "deutsch-österreichischer Küche" verpflegt werden, zeitig in der Früh und spät in der Nacht durch die Straßen ziehen um für die Statistik die Ohrmarkennummern der kastrierten Tiere zu kontrollieren und unsere, großteils langjährigen, Freunde auf der Straße (im Gegensatz zu anderslautenden Meldungen in Österreich treffen wir sie immer wieder !!) ebenfalls mit Futter zu versorgen, den ortsansässigen Tierschützern Mut zusprechen ..............da ist eine Woche so schnell um und wieder einmal ging es ans Abschiednehmen. Wenn der Winter vor der Tür steht ist es für uns noch schwerer als sonst. Die Hunde im Tierheim haben ja dank der großzügig gespendeten, neuen Hundehütten alle ein Dach über den Kopf und jeden Tag eine volle Futterschüssel ! Aber die Straßentiere !! Was wird aus den Alten, Schwachen, Kranken die nicht gefunden werden? Die sich verletzt verkriechen ? Die ungesehen in einem Hinterhof an der Kette hängen ohne Unterstand und nur manchmal schimmelndes Brot als Futter? Wird das jammervollen Maunzen und das klägliche Winseln zeitgerecht gehört werden oder kommt die Hilfe dann schon zu spät? Wieviele werden den strengen bulgarischen Winter nicht überleben? Gedanken die uns nicht aus dem Kopf gehen...........
Zumindest einigen der ärmsten Notfellchen, aus allen Ecken und Enden von BG kommend, konnten wir ein zukünftiges Leben in Sicherheit bieten. Insgesamt 33 der Allerärmsten, blinde, angeschoßene,
angefahrene, strangulationsversuche überlebende Hunde und Katzen flogen mit uns und unserem Flugpaten, bei dem wir uns an dieser Stelle mal für die immerwährende Hilfe recht herzlich bedanken wollen, nach Österreich zurück.
Von denen, die wir schweren Herzens zurücklassen mußten, verabschiedeten wir uns noch mit ausgiebigen Leckerlies und dem üblichen Versprechen > daß wir Dank IHRER Hilfe, liebe SpenderInnnen
bis dato immer einhalten konnten < " wir vergessen euch nicht, wir nutzen nur die Zeit bis zum Wiedersehen mit harter Arbeit und auch betteln, um euch alle versorgen zu können !!"
Wir bedanken uns für großartige Zusammenarbeit in dieser Woche bei
Hrn. Dr. Genko Mirev
Fr. Ivelina Nedkova
Fr. Antoaneta Ilyeva
Fr. Sonya Mitreva
der Gemeinde Kazanlak
und bei IHNEN liebe SpenderInnen !! Bitte helfen SIE uns auch weiterhin, das Leben der der bulgarischen Streuner zu verbessern !!! So vieles muß in nächster Zeit noch dringendst angeschafft werden: Medikamente für die an Demotex erkrankten Hunde, Stroh für Hütten und Zwinger, Futter.......... nicht zu vergessen die Tierarztkosten in Österreich für die verletzten Flüchtlinge ...............
BITTE LASSEN SIE DIE TIERE NICHT IM STICH !! SIE und wir sind deren einzige Hoffnung !!!!
Gabriele Surzitza
Projektleitung Kazanlak / BG
Ich würde gerne eine wunderbare Geschichte mitteilen.
Vor 2 Monaten kam ins Tierheim ein Opa. Er hatte in seinen Händen einen Hund. Mit Tränen in den Augen begann er zu erzählen, dass dieser Hund neben seinem Haus gewohnt hat und als er Futter zu seinem Hund gebracht hat, hat er auch diese Hündin gefüttert. Er hat sie Buba (Buba kommt von Wort - kleiner Insekt und hat eine positive Bedeutung. Sehr berühmter Satz, der für Kinder häufig benutzt ist: Buba lazi, Buba lazi, was "Käfer kommt, Käfer kommt" bedeutet) genannt. Eines Tages aber kam Buba nicht, er hat sie in einem Busch gefunden mit 2 gebrochenen Beinen.
Er erinnerte sich, dass es ein Tierheim gibt und trug sie von dem anderen Ende der Stadt dorthin. Weinend hat er gebeten Buba zu helfen weil er mit seiner Rente von 75 EUR die medizinische Versorgung sich nicht leisten könnte.
Mit Genko nahmen wir Buba. Glücklicherweise waren die gebrochene Knochen glatt gebrochen und eine komplizierte Operation war nicht benötigt.
Während sie betäubt war, haben wir sie kastriert, die Knochen angepasst.
Der Opa - Tzanko - kam noch am folgenden Tag um sie zu sehen. Buba fühlte sich mit jedem neuen Tag besser und Tzanko kam fast jeden Tag zu ihr und brachte verschiedene Leckereien.
Er sprach ihr mit Tränen in den Augen (ich habe auch geweint). So, nach mehr als einem Monat waren die Beine ok. Wir begannen mit den Spaziergängen.
Die Knochen waren prima geheilt. Im neuen Jahr kam der Opa Tzanko, hat uns gesagt, dass er ein Haus für Buba gemacht hat und er wird für sie sorgen.
So haben die beiden das Tierheim verlassen, glücklich, und ich habe auch voll Freude geweint.
Bitte, teilt ihr dieseöne Geschichte auf ihre Seite, damit die Menschen wissen, dass es gute Bulgaren doch gibt!
Ivelina, aktive Helferin im Tierheim Kazanlak
Dezember 2010