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Bulgaria Bulgarisch

Projekt Bulgarien - Kazanlak

KOOPERATIONSPROJEKT MIT TIERHILFE SÜDEN DEUTSCHLAND e.V.


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5. Große Kastrations-Aktion in Bulgarien, Stadt Kazanlak, Oktober 2007

In einer Woche 98 Tiere kastriert ...
Weil unsere Dr. Gergana Tscherneva Anfang Oktober dringend bei der ersten, behördlich genehmigten Kastrations-Aktion in Sarajevo, in Bosnien-Herzegovina, im Auftrag der TIERHILFE SÜDEN arbeitete, konnten wir unseren Termin in Kazanlak erst Ende Oktober wahrnehmen. Auch hier kastriert seit einem Jahr der Gemeindetierarzt, Dr. Genko Mirev, in unserem Auftrag mittlerweile ganzjährig.

Keine Tiere bei Regen ...
Bei unserer Ankunft in Sofia wurde uns dann schon etwas mulmig: das Wetter war nicht auf unserer Seite. Regen, Sturm, Eiseskälte, am Abend der erste Schnee ...

Das wird schwierig werden, die Hunde einzufangen. Auch Dr. Mirev schaute recht skeptisch drein. Wir versuchten uns damit aufzumuntern, dass wir uns einredeten, der Regen würde ja bald aufhören. Am Sonntag früh beim ersten Blick aus dem Fenster, es schüttete! Es waren weder Hund noch Katz’ zu sehen, alles verkrochen sich vor dem Regen.

Die Menschen halfen mit ...
Doch es half nichts, die Tiere mussten eingefangen werden, wir waren ja nicht auf Urlaub in Kazanlak. Zum Glück erfüllte sich unsere Hoffnung - die Hilfe der Bevölkerung, von der Gemeinde wieder über unsere Kastrations-Aktion informiert, funktionierte schon ganz gut. Dr. Mirevs Telefon läutete pausenlos, die Zwinger füllten sich langsam mit Tieren.

Sylvana und ich waren wie üblich im Dauerstress; Futter besorgen oder pausenlos im Second-Hand-Shop Decken organisieren, denn bei diesem Wetter trocknete einfach nichts. Unsere Hunde brauchten es jetzt warm und weich! Wir mussten auch die wartenden Tierpatienten füttern und mit Streicheleinheiten trösten und verwöhnen. So ging es die ersten drei Tage, meistens nass bis auf die Haut, dabei schweres Kopfzerbrechen wegen des Einfangens der Miezen. Das würde dieses Mal nichts werden mit den Katzenfallen, dachten wir, doch das Glück war dann doch auf unserer Seite.

Die Sonne und die Tiere kamen ...
Veterinärin Gergana brachte aus Sofia nicht nur Assistentin Kristina, sondern auch die Sonne mit. Endlich, mit Beginn der Kastrations-Aktion wurde es fast wieder Sommer. Eine riesige Erleichterung für uns alle.

Die „Katzenmütter“ halfen mit ...
Um das Einfangen der Samtpfoten hatten wir uns umsonst gesorgt, mittlerweile hattenen auch die menschlichen „Katzenmütter“ von Kazanlak begriffen, dass Kastrieren die einzige Möglichkeit ist, das Elend einzudämmen. So fingen sie die Maunzer, die sie füttern, selber ein. Wir mussten sie nur noch aus diversen Garagen, Kellern und Schuppen abholen.

Sobald die Katzen wieder munter waren, brachten wir sie zu ihren angestammten Plätzen zurück. Die vergangenen Diskussionen über das Thema Kastrationen sind endlich auch bei den Bulgaren angekommen. Man brachte die Tiere freiwillig.

Städtisches Tierheim „Villa Dotschko“ ...
Nach den Kastrationen werden die Tiere - wie mit den Tierärzten und Personal vor Ort ausgemacht - zum Ausruhen und Stärken in einzelne Zwinger, mit Stroh und Decken ausgelegt, gebettet. Für diesen Zweck mussten natürlich die Decken oftmalig gewaschen werden und es freute uns, dass wir die von uns im letzten Jahr gekaufte Waschmaschine dazu benützen konnten.

Groß ist immer die Freude, wenn wir auf den Straßen von Kazanlak „unseren“ Straßenhunden mit Ohrmarken begegnen. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir gute Arbeit geleistet haben und die Tiere hier überleben können.

Der Blick über den Zaun zum bösen Nachbarn ...
Vor genau einem Jahr fanden wir hier im Nachbargrundstück Welpen an der Kette, ohne Unterstand, ohne Futter, das tiefste Elend. Die Hundebabys starben damals, nachdem wir sie befreien konnten, in unseren Armen. Bald darauf hatten die Leute wieder Welpen an der Kette hängen. Unserem Tierarzt gelang es damals wenigstens, dass sie die Welpen im Garten frei laufen
ließen. Die Mutterhündin hatte weniger Glück. Sie war ihr Leben lang an der Kette an einem Baum angehängt, im Stamm sind noch die tiefen Rillen von der Kette. Der Besitzer hat die tote Hündin einfach dort verbrannt, wo sie jahrelang ihr Leben fristen musste. Sie wurde 5 Jahre alt. Fünf Jahre leiden - kein Dach über dem Kopf, egal ob sengende Sonne oder eisiger Schnee. Immer ohne Schutz, nie ein liebes Wort, nie ein Streicheln, nie laufen und spielen können.

Die Geschichte von Klein „Puppy“ ...
Dafür brachte uns diese Nachbarin einen Welpen ins Tierheim, eingepackt im Plastiksack, wie Müll. Den Kleinen habe sie angeblich zusammen mit seinen Geschwistern irgendwo gefunden, die anderen Tiere seien schon gestorben. Der Welpe wäre krank, ob wir etwas machen könnten.

Natürlich! Wir waren uns schnell einig; wenn er es schaffen würde, bekommt sie ihn nie mehr zurück! Das Wunder geschah, diese Handvoll Hund überlebte die Nacht, eingebettet zwischen Wärmflaschen, begann er schon zu fressen. Sein sogenanntes Frauchen kam am Abend wieder, wir vertrösteten sie auf den nächsten Tag, er bräuchte noch Medikamente und ärztliche Betreuung, sagten wir. Aber was machen wir mit dem kleinen Wurschtel, wenn wir ihn nicht zurückgeben?

Zu klein zum Ausreisen ...
Nach Österreich konnten wir ihn noch nicht mitnehmen, er war noch viel zu jung und auch krank. Im Tierheim konnte er auch nicht bleiben, das gäbe Ärger. Guter Rat teuer? Unsere Gergana entschied sich ihn nach Sofia mitnehmen und der Nachbarin sagten wir einfach, er sei gestorben. Basta! Die ganze Belegschaft der „Villa Dotschko“ fing zu strahlen an, allen war klar, dass es die einzige Chance für Klein „Puppy“ war, zu überleben. Als wir dem Kleinen dies erzählten, stürzte er sich über sein Futterschüsselchen und interessiert sich plötzlich für sein Spielzeug. Er hatte verstanden!
Es konnten trotz der anfänglich widrigen Wetterumstände doch 98 Tiere kastriert werden. Für Klein „Puppy“ fing das Leben an, und eine Unzahl von Welpen wird erst gar nicht zum qualvollen Sterben geboren werden müssen.

Der Abschied von unseren Tieren ...
Wir verwöhnten in der restlichen Zeit noch unsere Tierpatienten und auch die Straßenhunde mit selbstgekochtem Futter, Leckerlis und Streicheleinheiten und verabschiedeten uns, wie immer schweren Herzens, mit allerlei Ermahnungen, brav sein, aufpassen, keine Katzen jagen, nicht vor ein Auto laufen, gesund bleiben.

Wir vergessen euch nicht, wir kämpfen und betteln weiter für euch. Wir kommen ganz bald wieder! Spätestens im Frühjahr 2008. In der Zwischenzeit haben wir in Kazanlak weit über 800 Straßentiere kastriert.

Bitte helfen Sie uns weiterhin, damit wir wieder unser Versprechen an die Straßentiere von Kazanlak einlösen können.

Gabriele Surzitza, November 2007


Update

Letztes Wochenende flogen wir nach Kazanlak um unsere kastrierten Streuner und die Menschen, die wir dort bereits kennen, zu besuchen. An unsere Borjana, die junge Tierschützerin, konnten wir wieder viel Futter übergeben, damit sie die Strassentiere füttern kann. Sie war es auch, die mich bereits zu Weihnachten letzten Jahres auf ein Kinderwaisenhaus aufmerksam machte. Natürlich lässt uns neben den Schicksalen der armen Tiere auch die Situation der Waisenkinder nicht kalt. So sammelten wir bereits in Österreich einen Koffer voll Spielzeug, das uns leider die Freigepäckssumme von 20 kg/Person nicht überschritten liess. Am Gelände des Waisenhauses tummelten sich einige Strassenhunde - mit Ohrmarken als bereits kastriert von uns gekennzeichnet - die aber sehr gut genährt schienen. Da wir nicht offiziell um einen Besuch angesucht hatten versprachen wir - auf Wunsch der sehr netten Schwestern - keine Fotos zu veröffentlichen. In letzter Zeit gab es einige negative Vorfälle damit.
Einen Teil der Kinder konnten wir im Besucherraum begrüssen. Ich habe selten zuvor soviele leuchtende Kinderaugen gesehen als ich den Spielzeugkoffer geöffnet habe. Es trieb uns allen die Tränen in die Augen und wir versprachen bald wieder mit Spielsachen zu kommen...
Im Gemeindetierheim lief alles gut, es waren viele Hunde vorbereitet für die laufenden Kastrationen, etliche waren auch schon mit Ohrmarken versehen. Unser Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev führt diese laufenden Kastrationen sehr gewissenhaft abseits der grossen Kastrationsaktionen durch.
Es ist schon erstaunlich - aber die Strassentiere finden immer wieder einen für sie gangbaren Weg um zu überleben und wir freuen uns sehr wenn wir sie wiedersehen. Wir haben etliche der kastrierten Hunde angetroffen und natürlich mit besonderen Leckerbissen gefüttert. Auch die kastrierten Katzen von den "Katzendamen" Frau Trifunka und Frau Matevka erfreuen sich guter Gesundheit. Diesen beiden Damen übergaben wir auch Futter für die Strassenkatzen.
Leider war das Wetter wieder, wie letztes Jahr im Herbst, sehr regnerisch und kühl. Als wir gerade unsere fleissige Helferin Borjana abholen wollten fuhr vor uns ein Auto und überfuhr einen kleinen Hund. Der Fahrer stieg aus und gab dem Hund noch einen Fusstritt, damit dieser von der Fahrbahn verschwand. Er blieb am Strassenrand liegen und wir kümmerten uns natürlich sofort um ihn. Wir gaben der kleinen Hundedame den Namen "FOXI" und entschieden uns aufgrund der Verletzungen dafür, dass wir sie mit nach Österreich nehmen wollten (siehe unter NOTFELLE). Nun suchen wir für diese kleine Hundedame ein schönes Zuhause, das sie ihre schrecklichen Erlebnisse mit Menschen vergessen lässt.

Sylvana Stierschneider, 7.April 2008

Hier die aktuellen Bilder

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Update 22.7.2008

Unsere "Katzenmutti" in Kazanlak, Frau Tanya, hat uns um Hilfe gebeten. Insgesamt 14, fast verhungerte Katzen, hat sie auf der überlebensnotwendigen Suche nach Futter bei den Mistkübeln aufgelesen, zwei der armen Tiere konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten - so schwach und ausgetrocknet waren sie schon, dem Tod schon sehr nahe !
Wir haben unseren Kooperationstierarzt, Dr. Kamen, zu ihr geschickt mit der Bitte um medizinische Behandlung. Danach werden sie selbstverständlich kastriert. Es wird Wochen dauern bis sie sich wieder erholt haben und zurück auf die Strasse können. Frau Tanya päppelt die armen Strassenkatzen nun auf. Die Überlebenskünstler werden es schaffen, es war Rettung in letzter Minute, wir kämpfen um jedes Leben...
Unsere engagierte Tierschützerin vor Ort, Boryana, füttert weiter tagtäglich die vielen von uns zum Glück schon kastrierten Strassentiere (seit 2005 über 800 !!!) in den Strassen Kazanlaks. Am Foto Boryana mit "LARA", eine der 1. kastrierten Strassenhündinnen.

BITTE HELFEN SIE UNS DEN ARMEN FAST VERHUNGERTEN STRASSENKATZEN ZU HELFEN UND AUCH BORYANA WEITERHIN MIT FUTTER FÜR DIE STREUNER ZU UNTERSTÜTZEN...

Sylvana, Juli 2008

Update 3.11.2008

Herbstbesuch in Kazanlak / 9.-12. Oktober 2008

Durch das neue bulgarische Tierschutzgesetz, welches im Jänner 2008 in Kraft trat, haben wir heuer versucht, von den Kastrationsprojekten, die wir bis dato 2 x jährlich mit Tierärzten aus Wien und Sofia durchführten Abstand zu nehmen. Statt dessen finanzierten wir das ganzjährige kontinuierliche Kastrieren der Straßentiere durch unseren Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev.

Zum einen ist es zwar ungleich weniger Stress für die Tiere; es müssen nicht in kürzester Zeit eine große Anzahl an Straßenhunden, eingefangen, kastriert und wieder ausgelassen werden, andererseits ist natürlich die Zahl der kastrierten Tiere niedriger. Für das nächste Jahr überlegen wir daher, doch auch zusätzlich Kastrationsprojekte durchzuführen. Aber trotzdem konnten heuer bereits über 200 Straßentiere kastriert werden.

Ein Highlight unserer Besuche ist immer, wenn wir an den gewohnten Futterstellen, wieder "unsere" Hunde mit den Ohrmarken treffen. Nachdem die Ohrmarkennummer registriert ist, haben wir einen guten Überblick wie lange sie sich auf der Straße durchkämpfen. Trotzdem ist ihr Schicksal auf der Straße ein sehr ungewisses und manche haben nur das eine Glück "zur rechten Zeit am rechten Ort" zu sein. Wie z.B. der kleine Rüde "Harry". Harry wurde im September kastriert, kam wieder mit Nr. 426 auf die Straße zurück. Nur dann schlug das Pech zu! Ein Auto überfuhr ihn, rücksichtslos wie die meisten, kümmerte sich weder der Fahrer noch die Passanten um den kleinen, schwerverletzten Hund, der hilflos im Straßengraben landete. Aber Harry hatte doch "Glück im Unglück". Der Unfall ereignete sich am Stadtrand von Kazanlak, Richtung Dimitrovgrad, wohin gerade unsere weitere Reise (zum Besichtigen der ehemaligen Tötungsstation) ging.

Wir packten den kleinen Burschen in unser Auto, nahmen ihm zum Tierarzt mit. Dieser stellte fest, ein Beinchen ist gebrochen und verpaßte ihm eine Schiene. Jetzt kuriert Harry seine Verletzung aus, schläft jeden Tag in einem weichen Körbchen und wartet im Tierheim bis die "österreichischen Tanten" wiederkommen und ihn auf seinen versprochen "Luxuslebenplatz" nach Hause mitnehmen.

Absulut kein Glück in ihrem kurzen Leben hingegen hatte die kleine rote Straßenkatze, die wir nebem einem Mülleimer fanden. Die kleine Samtpfote wurde von einer Kleinkaliberkugel im Auge getroffen. Auf wehrlose, hungrige Katzen zu schießen, deren einziges "Verbrechen" ist, hungrig nach Futter zu suchen ist leider trotz Tierschutzgesetz offensichtlich noch immer üblich. Sterbend lag das Kätzchen am Beton. Nur ihr Schwesterchen versuchte sie zu beschützen. Sie lag hilflos maunzend über dem, sich vor Schmerzen windenden, Körper der kleinen Mieze. Wir packten beide Tierchen ein, brachten sie ins Tierheim und Dr. Mirev erlöste die Kleine von ihren Qualen. Unter Tränen begruben wir die arme Maus, sie steht für das Schicksal vieler 1000ender samtpfötiger Artgenossen in Bulgarien.

Die restliche, kurze, Zeit kümmerten wir uns auch um die Tiere im Tierheim. Ganz speziell um die 3 Hundemütter, die im September mit ihren, damals noch blinden, Babys
aufgegriffen wurden. Diese Hundemütter sind natürlich extrem ausgezehrt und spindeldürr; die Kleinen kosten ihren Mamas viel Substanz. Darum wurden die Muttis auch mit speziellen Aufbaufutter verwöhnt. Wenn sie schon die sicher nicht leichten Geburten, vom Menschen verlassen, ganz allein auf der Straße, überstehen mußten, sollen wenigstens die Hundekinder einen guten Start in ein hoffentlich einmal besseres Hundeleben haben. Eines der Babys hat es ja leider nicht geschafft > siehe "In Gedenken", aber für die anderen drücken wir ganz fest die Daumen.

Beim Füttern und Versorgen der Tiere hatten wir wie immer Hilfe von unserer Boryana - unsere engagierte Tierschützerin vor Ort und auch Tatjana aus Niederösterreich die uns begleitete. Tatjana nahm sich besonders um den kleinen, schwachen Welpen Henry an. Der kleine hilflose Wurm, zu schwach um selbst auf den Beinen zu stehen und zu essen, wurde mit Infusionen notversorgt und trat dann gemeinsam mit seiner Schwester Luisa, die Reise nach Österreich an. Leider ist eine medizinische Versorgung, nach österreichischen Maßstäben, in Bulgarien noch nicht gegeben, Henry hätte keine Überlebenschance gehabt. Auch bei uns zu Hause stand es lange Zeit sehr kritisch um den den Mann. Details dazu siehe in Kürze unter "Notfelle"

Trotz allem Engagement von IHNEN und von uns nimmt das Elend kein Ende. Bitte geben SIE - wie wir nicht auf - und helfen SIE uns um weiterhin den Straßentieren in Bulgarien ihr schweres Schicksal zu erleichtern.



Gabi und Sylvana, Oktober 2008

Update 30.06.2009

Ende April starteten wir zur 6. Kastrationsaktion wieder nach Kazanlak...

Unsere österreichische Tierärztin Verena Cerny, die auch wieder "Sehnsucht" nach den Straßentieren hatte, bot uns wieder ihre Hilfe an, so flogen wir am Sonntag zu dritt nach Sofia. Am Fluhafen erwarteten uns schon unsere bulgarischen Tirschutzfreunde. Statt Begrüßungsblumen drückten sie uns ein kleines Hundebaby in die Hände !! Gerade auf der Straße neben der toten Mutter gefunden !! Natürlich versprachen wir, das hilflose Hundekind mit nach Österreich zu nehmen. "Geschenke" müßen schließlich mitgenommen werden. So wurde die kleine Dame auf den Namen "Vera" getauft, bei unserer Sonya, dem Engel der Sofioter Straßenhunde, für die Woche einquartiert und wir machten uns auf den Weg nach Kazanlak. Der erste Tag verging noch mit der Begrüßung unser 4-(3) beinigen Freunde, austeilen von Leckerlis und Spielsachen, dem Einräumen der mitgebrachten Hilfsgüter und letzten Vorbereitungen für unser Kastrationsprojekt. Am nächsten Tag ging es los. Aus Sofia kam Dr. Nikolay Mechandschijski zur Unterstützung und so hatten wir mit unserem bulg. Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev genügend "Personal" um möglichst viele Tiere kastrieren zu können.
Die Gemeinde Kazanlak informierte im Vorfeld wieder die Bevölkerung via Fernsehen und Presse von unserem Vorhaben und wir selbst zogen auch noch mit Info-Flugblättern durch die Stadt.

Am meisten interessierten sich wieder mal Hund und Katz was wir da so bei Bäumen und Laternen treiben. Komische Zettel aufhängen > kann man die auch verspeisen ??
Die neugierigen Herrschaften wurden natürlich gleich gefüttert und diejenigen ohne Ohrmarke (also nicht kastriert) gleich in unser Auto gepackt. Neugierde ist halt auch so eine Sache !! Mittlerweilen kennen wir von unseren Fütterungstouren schon so viele Streuner "persönlich" , dass das Einfangen Ruck/Zuck funktioniert.Unsere Boryana, 14-jährige !! Schülerin, große Tierfreundin und immer unsere größte Unterstützung in Kazanlak, half wie immer auch fleißig mit. Ausgerüstet mit Halsbändern, Leinen und Futter machte sie sich auf die Suche nach den Pelznasen. Sie kennt sowieso mindestens die Hälfte von allen Straßenhunden, die meisten hören auch auf die Namen die sie ihnen gibt, so war es kein Problem die Hunde anzuleinen und zu Fuß zu "Tante und Onkel Doktor" zu bringen. Als sie jedoch auf einen Streich gleich 6 Hunde an der Leine hatte, rief sie uns doch an, ob wir vielleicht mit dem Auto kommen könnten, weil soviel auf einmal zum "Spazierengehen" war doch nicht so ohne. Es war für uns einerseits ein schönes Bild, wie alle friedlich um sie herumlagen und auf die "Mitfahrgelegeheit" warteten, andererseits aber auch tieftraurig > so liebenswerte, menschenfreundliche Wesen und haben trotzdem kein eigenes Zuhause ! Jeder einzelne hätte sich eine eigene Familie verdient, die ihn umsorgt und liebhat !!

Auch diejenigen Kazanlaker, die Straßentiere füttern, beteiligten sich fleißig. Teilweise brachten sie die Tiere selbst, die ohne Transportmöglichkeit riefen an und sagten uns, wann und wo wir sie am leichtesten fangen oder auch nur abholen konnten. Die Mitarbeit war für uns alle sehr angenehm; in erster Linie für die 4-Beiner, da sie so viel weniger Stress ausgesetzt sind und zweitens konnte unser Dr. Mirev natürlich viel mehr mit seinen beiden Kollegen kastrieren, als wenn er ständig unterwegs sein muß um die Tiere einzufangen. Schön langsam sind wir alle ein gut eingespieltes Team, die Einwohner halten uns auch nicht mehr für Abgesandte von Tierversuchslabors !!, da geht die Arbeit schon schneller voran. Wir fanden sogar Zeit, im Tierheim den längst notwendig, zusätzlichen Zaun zu montieren. Damit können jetzt alle Hunde, die nicht krankheitshalber separiert werden müssen, im Rudel leben. Der Zaun ist nicht nur eine Verbesserung für unsere Hunde, sondern bedeutet auch ein besseres Leben für den alten Straßenhund "Burgas" aus Sofia !! Er wurde von einem Tierfreund einige Monate gefüttert, dann kam der Winter, Burgas wurde immer schwächer, brauchte dringend eine Unterkunft. Weil wir uns damals spontan bereit erklärten, den armen alten Burschen in der "Villa Dotschko" ein Zuhause mit tierärztlicher Versorgung zu geben, spendete sein Menschenfreund den Zaun für unser Tierheim !! (Wir hätten den alten Herren natürlich auch so aufgenommen, freuen uns aber trotzdem sehr darüber...)

Nachdem der Zaun stand und auch die Kastrationsaktion klaglos ablief, machten wir uns zu einem Kontrollbesuch in den Zoo von Haskovo auf. Was wir dort vorfanden, übertraf alle unsere schlimmsten Alpträume !!! > Den Bericht dazu - siehe HASKOVO 2. Besuch vom 30.04.2009.

Wieder zurück in Kazanlak fühlten wir uns fast zu Hause > in einer Stadt wo die Hunde, nicht zuletzt durch unsere Arbeit, nicht mehr umgebracht werden.

Neben Zaunbauen, Tiere transportieren, mit den Nachbarn weger schlechter Tierhaltung herumstreiten, kümmerten wir uns wie üblich um das leibliche und seelische Wohl unserer Schützlinge, der Fellpflege (manche bekamen noch vor der Rückkehr auf ihre angestammten Plätze einen flotten Kurzhaarschnitt verpaßt) und dem Kampf gegen Zecken und Flöhe, sowie um die Versorgung der Notfellchen, die, verletzungsbedingt, mit uns nach Österreich mitkommen durften. So wie Kater Garfield, der mit 2 verkrüppelten Vorderpfötchen von Dr. Mirev in einem Müllcontainer gefunden wurde > einfach und schnell entsorgt !! Kleines Hundemädchen Husti-Netti, die sich durch Verschlucken eines Knochen ständig hustend und röchelnd, eine Lungenentündung zuzog oder Hundebub Riko, der uns aus dem 90 km entfernten Dimitrovgrad gebracht wurde mit der Diagnose Autounfall > in Österreich stellte sich heraus, es wurde auf das kleine Fellbündel geschossen, 4 Luftdruck-Kugeln operierte unser Doc raus !!! Ebenfalls aus Dimitrovgrad kam auch noch die kleine "Baby".
Mit diesem Welpen spielten Zigeunerkinder Fußball !! Der dortige Tierarzt amputierte ihr zwar das zerquetschte Hinterbeinchen, aber die inneren Verletzungen waren entweder zu schwer bzw. wurden mit den einfachen Mitteln der Tierarztpraxis nicht rechtzeitig erkannt. Einige Stunden vor dem Abflug in ein besseres Hundeleben hat sich "Baby" ganz leise in den Hundehimmel verabschiedet. Machs gut dort oben, kleines Hundemädchen, wir trauern sehr um dich, hätten dir so gerne gezeigt, dass die Welt nicht nur aus Tierquälern besteht !!!

Im Handumdrehen war die Woche auch schon wieder vorbei, zu den laufenden, ganzjährigen Kastrationen konnten wieder zusätzlich 127 Hunde und Katzen kastriert werden. Zum Glück war diesmal der Anteil an weiblichen Tieren besonders groß, so bleibt im Herbst einer Unzahl von Babys erspart, überhaupt in eine Welt voll Hunger, Kälte und Verlassenheit geboren zu werden.

Wir verabschiedeten uns von unseren Streunern und Tierheimbewohner noch mit einer Extraportion Futter und trösteten sie und uns damit, dass wir in einigen Wochen wieder bei ihnen sind. In Gedanken sind sie sowieso immer bei uns !!
Für die großartige Hilfe und Unterstützung bedanken wir uns ganz herzlich bei:
Tierärztin Mag. Verena Cerny aus Wien, Tierarzt Dr. Nikolay Mechandschijski aus Sofia, "Burgas" dem ehemaligen Straßenhund aus Sofia für den Zaun
Boryana Todorova und Dr. Genko Mirev aus Kazanlak sowie bei der Gemeinde Kazanlak und deren Bürgermeister Dr. Stefan Damyanov, der schon seit Jahren die Lösung des Problemes der Straßentiere nur auf humane Weise, eben durch ständiges Kastrieren der Tiere sieht. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Gemeinden rundherum !!!

Und natürlich bedanken wir uns bei IHNEN liebe SpenderInnen, ohne IHRE Hilfe können auch wir den verlassenen, verstossenen, verletzten Tieren nicht helfen.

Bitte unterstützen SIE uns auch weiterhin, das Elend und Leid der Streuner zu lindern !!

Danke dafür im Namen der 3-und 4 Beiner aus Kazanlak !!



Gabriele Surzitza und Sylvana Stierschneider


Update September 2009

Am 20. September flogen wir zum 6. Kastrationsprojekt für eine Woche nach Kazanlak / BG.

Wieder mit dabei war unsere "altbewährte" Mag. Verena Cerny aus Wien und "Bulgarienneuling" Mag. Martina Hayden aus St. Pölten. Nachdem Dr. Nikolai Mechandschijsky aus Sofia dringend für das Pilotkastrationsprojekt im Kosvo gebraucht wurde, waren wir über die zusätzliche Hilfe von Frau Mag. Hayden ganz besonders erfreut.

Obwohl wir am Sonntag erst spät Nachts in Kazanlak ankamen, war am Montag um 8 Uhr früh bereits "Dienstbeginn". Freudig begrüßt von unseren ständigen Tierheimbewohnern, sie wissen wenn die Österreicher kommen, ist doch in deren Taschen immer das Hotelfrühstück eingepackt, mißtrauisch beäugt von den "Kurzzeitpatienten", ging es gleich flott an die Arbeit. Unser bulgarischer Vertragstierarzt Dr. Genko Mirev hatte schon vorgearbeitet und jede Menge Hunde eingefangen, damit den österreichischen Ärztinnen nicht langweilig wird.
Er selbst hatte noch ganz schön Streß um dringend benötigtes Kastrationsmaterial für den Kosovo zu besorgen. Da in Bulgarien deutlich billiger als bei uns, organisierte er einen Teil in seiner Heimat und dank unseres Flugpatens wurde alles via Wien in den Kosovo gesandt ! Zusammenarbeit Grenzenlos !!
Dr. Mirev zog am Dienstag in der Früh, bewaffnet mit Narkosegewehr gleich los. Kaum war Dr. Mirev weg, kamen von allen Seiten die Kazanlaker Einwohner, von der Gemeinde wieder per Fernsehen und Zeitung informiert, mit Straßenkatzen in Kartons und Hunden an provisorischen Stricken daher. Im Handumdrehen war buchstäblich die Hütte voll bis zum Dach. Sogar im Büro stapelten sich die Transportboxen mit den Patienten.

Jeder Tag ging sehr arbeitsreich über die Bühne. Nebst unserem Dr. Mirev zogen wir auch selbst los um Katzen und Hunde zur Kastration zu fangen.

Als wir gegen Ende der Woche die kastrierten Katzen wieder an ihre angestammten Plätze zurückbrachten fanden wir ein großes Hundeelend vor. Ein Rüde, nur ein Gerippe mit Haut, ohne Fell, mit großen vereiterten Wunden am Rückgrat, wankte auf uns zu. Wir waren sprachlos und entsetzt, haben schon viel gesehen, aber so ein Häufchen Elend, das noch lebte, war uns noch selten untergekommen. Natürlich wollten wir ihn ins Tierheim mitnehmen, er brauchte dringendst medizinische Versorgung und ordentliches Futter. Dr. Mirev der mit uns unterwegs war, holte das Narkosegewehr und eine große Transportbox. Der alte Hundeopa legte sich völlig erschöpft neben die Geschäftstür und ergab sich seinem Schicksal. Und wirklich, er zuckte zwar im ersten Moment zurück, aber einige Streicheleinheiten über seinen armen Kopf und er hatte schon Vertrauen gefaßt. Im Tierheim gab es als erstess ein weiches Bett in der Quarantänestation, ordentliches Futter und Zuneigung. Dann die erste Untersuchung, Antibiotikaspritze und Wundsalbe, zwei Stunden später sah unser "Burgo" schon viel besser aus. Er interssierte sich schon für seine Umwelt, kam zur Türe und begrüßte uns schwanzwedelnd wenn wir mit Leckerlis und Futter kamen. Die Medikamente konnten nicht so schnell wirken, es war sicherlich die Liebe und Zuneigung die er, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben bekam, was ihm wieder Hoffnung gab. Wir versprachen, daß wir einen Platz für ihn finden werden, wo er bis an sein Lebensende immer nur glücklich sein wird. Er muß nur ein wenig Geduld haben, es dauert sicher nicht allzulange !!

5 verwaiste Katzenkinder , wir haben im Tierheim keine Möglichkeit Katzen für längere Zeit unterzubringen, und 4 verletzte Hunde fliegen mit uns nach Österreich zurück. Unsere österreichischen Docs drehen auch noch eine Runde durchs Tierheim, der letzte Tag der Entwurmungskur ist da, jeder kriegt noch seine Tablette in ein Stück Extrawurst > Alle Patienten werden noch kurz durchgecheckt > alle wohlauf !!

Am Sonntag in der Früh wurde noch alles zusammengepackt, eine Kurzbesprechung mit Dr. Mirev bezüglich der Vorbereitungsarbeiten für den Winter, und uns von den Hunden verabschieden. Das ist immer das schlimmste für uns ! Wir gewöhnenen uns so schnell aneinander und jetzt müssen wir sie wieder verlassen. Unser einziger Trost ist, die meisten der Straßenhunde treffen wir immer wieder, wenn wir durch Kazanlak ziehen und sie erkennen uns sofort und freuen sich richtiggehend uns (und nicht nur unser Futter) zu sehen!
"Machts gut bis zum nächsten Mal, wir bringen wieder viele Leckerlis mit und wir lassen euch alle nicht im Stich !!"

Wir bedanken uns im Namen unserer Tiere ganz herzlich bei

Tierärztin Mag. Verena Cerny aus Wien und Tierärztin Mag. Martina Hayden aus St. Pölten
Tierarzt Dr. Genko Mirev aus Kazanlak
der Gemeinde und den Einwohnern von Kazanlak, die ein Herz für Tiere haben

und selbstverständlich bei IHNEN liebe SpenderInnen, ohne IHRE Hilfe ist all das nicht möglich !! Bitte lassen SIE auch weiterhin die bulgarischen Straßentiere nicht alleine, helfen SIE uns deren Elend einigermassen zu erleichtern !!!
Die nächste Kastrationsaktion wird im Frühjahr 2010 stattfinden.

Gabriele Surzitza, Projektleitung Kazanlak (BG)


- 16.11.2009

Am 22. Oktober ging es auf große Spendenfahrt nach Kazanlak / BG !!

Den großen Transporter vollgeladen mit Hundefutter (1.420 kg) sämtliche verfügbaren Transportboxen, denn auf der Rückfahrt kommen viele unsere Sorgenkinder mit nach Österreich, jede Ritze ausgestopft mit warmen Decken und Matratzen. Zum Glück war mein Begleiter, der Besitzer des Transportautos, so wie ich in punkto eigenes Reisegepäck ein bescheidener Mensch, so das wirklich jeder verfügbare Raum für die Spenden zur Verfügung war und unsere Tiere jetzt gut für den Winter versorgt sind. Bei strömenden Regen ging die große Fahrt am frühen Abend los. 1622 km vor uns, na das haben wir ja bald geschafft ! Bis Grenze Ungarn ja noch ein Spaß, alles Autobahn, ab dann nur mehr beschwerlich. Die Fahrt quer durch Rumänien (über Serbien geht nicht, wir wollen nicht stundenlang beim Zoll herumhängen)über die Bundesstraße, dauernd auf die herumlaufenden Straßentiere achten, das einzige Stück Autobahn im ganzen Land sind die ca. 150 km rund um Bukarest. Na ja, was solls da müssen wir halt durch.
Am nächsten Tag um 7 h früh, die erste Rast kurz vor der bulagrischen Grenze. Schnell jeder einen Kaffee hinuntergschluckt, das bestellte Frühstück an die Streunerhunde rund um die Raststation verfüttert, ab ins Auto und weitergefahren. Dank Navi fahren wir nicht über die Donaubrücke bei Ruse, sondern gelangen irgendwo zu einer Fähre. Ist auch gut, mal was anderes, Wetter mittlerweilen schön, fast wie Urlaub ! In weiser Voraussicht, (bin schon voriges Jahr mal mit dem Auto nach BG gefahren) hab ich den Passagierraum des Transporters noch mit den kleineren Hundefuttersäcken vollgestopft, das hat sich im Donauhafen bezahlt gemacht! Während ich das Fährticket organisiere, will Manfred einen Streunerhund füttern > einen ?? ca. 20 Hunde sind auf einmal blitzartig aufgetaucht > alle haben sich sattessen können > dem Navi sei gedankt dafür !!
Kaum in BG eingereist, funktioniert Navi nicht mehr, Straßenkarte ist nicht dabei, die liegt gut zuhause ! Na bis Kazanlak finden wir schon irgendwie. Manfred macht in der Zwischenzeit ein kleines Nickerchen, wahrscheinlich wollte er gar nicht so genau wissen, wo wir da im Gebirge herumgurken! Als nach stundenlanger Fahrt, endlich der Wegweiser "Stara Zagora" auftauchte, war mir dann schon leichter, hat der eigene Orientierungssinn doch funktioniert. Da der Großteil der Ortstafeln in cyrillisch geschrieben ist und wir über einen völlig anderen Grenzübergang kamen, als geplant, war ich nur nach außen hin, sprich Manfred gegenüber, optimistisch was die Weiterfahrt anbelangt. Aber es hat funktioniert! 23 Stunden nach der Abfahrt aus Wien waren wir in Kazanlak.
Zum Ausladen war es eh schon zu spät, also gings nur mehr Nachtmahlessen, danach die Streuner begrüßen und füttern und ab ins Hotel pennen !
Am Samstag früh ab in die Villa Dotschko zum ausladen. Unser Dr. Mirev und Helfer Slavi schüttelten nur den Kopf, sie waren fassungslos, was in so ein Fahrzeug alles reinpaßt. Auch Manfred war ziemlich überrascht, was da aus seinem Auto rauskam. Ein Foto davon schickt er jetzt an seinen Autoverkäufer, gegen eine Tierschutzspende darf er das Bild als Verkaufsargument verwenden.
Und ich darf, wenn Manfred mit seiner Frau Elisabeth und Hündin Sui das nächste Mal Campen fährt, sein Wohnmobil einräumen > Hurra !!

Als "Verladespezialist" bist halt schon gefragt !!
Dank einer großzügigen Spende waren auch noch 120 kg frische Kutteln mit, ebenfalls ein riesengroßer Sack Nudeln, Slavi wurde gleich zum Koch befördert, damit die Hunde ein tolles Abendessen bekommen.
In der Zwischenzeit kam Sonya aus Sofia mit der nach einem Autounfall gelähmten Hündin Shoko und ihren 3 Babys, sowie dem armen Huskyrüden Balto, dessen Krankheit sich wieder verschlimmert hatte. Zuerst wurden die Hunde untergebracht und versorgt, dann wurde Sonyas Auto mit Futter für Seslavtsi vollgeladen. Zum Glück kam sie mit einem Kombi, so das alle 300 kg,
die aus der Schweiz für sie zu uns nach Österreich geschickt wurden Platz hatten. Kaum war alles verladen, kam auch schon Svetlana aus Dimitroffgrad mit ihren Sorgenkindern. Verwaiste Hundekinder, für die sie keine Zuhause mehr hat seitdem ihr Tierheim geschlossen wurde und einem kleinen Kater mit gebrochenen Hinterbeinen. Auch die "Flüchtlinge" wurden schnell untergebracht und dann machten wir uns auf den Weg ins Zigeunerlager. Dort hatte Svetla bei einem Besuch in Kazanlak unseren 3-beinigen Ares an der Kette hängend gefunden. Ares hatte schon ein Zuhause in Österreich, machte den Fehler und maschierte eines Tages mit einigen anderen Hunden in die Stadt. Seit Juli suchten wir ihn verzweifelt mit Steckbrief und Belohnung, keine Reaktion darauf. Wie es den Zigeunern gelungen ist Ares einzufangen wiessen wir nicht, gegenüber Svetla behaupteten die Zigeuner, das es ihr Hund ist. Glück für Ares > wir hatten seinen Impfpass und konnten anhand der Chipnummer nachweisen, das er uns gehört und schon seit einem Jahr im Tierheim lebt. Der hübsche Bursche, nur mehr ein Schatten seiner selbst, wußte ganz genau, das es für ihn in ein besseres Leben geht. Er hat sich so gefreut, als wir hinkamen, lies sich sofort ein ordentlichen Halsband mit Leine anziehen und zog instiktmäßig nur mehr Richtung Auto.
Seine Freundin Gipsy, ebenfalls einige Zeit bei uns im Tierheim wohnend, hielt sich auch dort auf, die nahmen wir auch gleich mit. Die Zigeunerfamily mit 17 Kindern, die schon nichts zum essen haben, brauchen nicht unsere Hunde auch noch !!

Wieder zurück im Tierheim, hatte "Koch" Slavi schon alles fertig und es ging ans große Hundefüttern !! Wir haben einige Stunden dazu gebraucht, es war nicht einfach, die Herrschaften jeden einzeln zu füttern, das Essen war viel zu verlockend, da will man schon auch noch die Schüssel vom normalerweisen guten Kumpel auch noch leeressen. Und wenn der sich das nicht gefallen läßt, zeigen wir ihm gleich die Zähne. So nicht, Herrschaften ! Seperates Futtern ist angesagt! Wie alle wirklich satt waren, gab es für die Nacht noch zusätzlich für jeden einen Nachschlag und für den nächsten Tag nochmals dassselbe. Das war Weihnachten und Ostern gleichzeitig für unsere Lieben.

Am Sonntag früh Stress pur, bis alle Glücklichen gechipt und reisefertig waren, vergingen schon einige Stunden. Endlich waren alle im Auto, genügend Wasser, Futter, Leinen und Decken zum Wechseln falls was daneben geht, eingepackt und los gings Richtung Heimat. Wieder kein Navi, funktioniert in BG nicht wirklich, also kaufen wir jetzt eine Straßenkarte > das war Spaß pur. Gibt nur eine Bilderkarte wo zwar 498 Kirchen eingezeichnet sind, aber dafür nur vereinzelt Straßen. Aber zur Not wird gehen. Ist ja jetzt nicht so schwer, wir fahren Richtung Ruse, das können wir auch cyrillisch lesen und ist auch laufend angeschrieben. Bis es dann nicht mehr angeschrieben ist ! Bei den jetzt doch häufigen Zwischenstopps, die Hunde müßen ja auch Gassigehen und sich die Pfoten vertreten, fragen wir halt die Leute nach dem Weg. Ist nicht ganz so einfach, die wenigsten können englisch, aber so ungefähr hats doch funktioniert. Irgendwann Richtung Rumänien schaltet sich Navi wieder ein, wir freuen uns, nur > es ist nicht die Richtung nach Ruse. Irgendwann kommt uns die Strecke bekannt vor, da sind wir doch erst vorgestern gefahren. Müssen wir jetzt wider mit der Fähre übers Wasser? Mittlerweilen ist es spät am Abend, wielange fährt die eigentlich ? Jetzt hab ich ein mulmiges Gefühl, wenn das Schiff in der Nacht nicht fährt, wir haben die Hunde und Katzen im Auto, können nicht übernachten...... wir tauschen die Rollen > Manfred versprüht Optimismus !! Ist ja ein offizieller Grenzübergang, die Fähre ist sicher in Betrieb ! Ja er hat Recht gehabt !!
Alles funktioniert bestens, die Hafenhunde werden auch auf beiden Seiten der Donau wieder gefüttert, unsere Tiere sind auch versorgt und schlafen jetzt friedlich, wir können die restlichen 1200 km angehen !!

Nach 27 Stunden Fahrt, wir haben zwar viel weniger Gewicht, aber die Rastpausen für die Tiere brauchen halt auch ihre Zeit, sind wir mit unseren "Notfellchen" wieder gut in der Heimat angelangt.
Alle Pflegefamilien warten schon sehnsüchtig und auch unser lieber Doktor Schick von der Tierarztpraxis Schloß Baumgarten in NÖ ist trotz Feiertag in Bereitschaft um die "Katastophenfellchen" stationär aufzunehmen.

Dank der Hilfsbereitschaft der Pflegetanten konnten fast alle unsere Sorgenkinder mitfahren.

blinde Brownie
dreibeiniger Ares und seine Freundin Gipsy
gelähmte Shokomama mit ihren 3 Babys aus Sofia
Cindy, Mary und Liza (die sich dann als Luis entpuppt hat) das Geschwistertrio, aus der Hundehölle Haskovo entkommen
Huskyrüde Balto aus Pernik
unser Burgo vom Marktplatz in Kazanlak, dem wir im September versprochen haben, das er noch ein schönes Hundeleben bekommt
Daniel, der 16 jahre alte kleine, zahnlose Maltesermix
Svetlas Katerchen mit den gebrochenen Hinterbeinchen und ihre Hundewaisenkinder,
ein kleiner Tigerkater aus Kazanlak, in der Lifttüre eingeklemmt und verletzt
Boyko, Borjana, Puppy und Beauty aus Dimitroffgrad die ohne Tierheim kein Zuhause mehr hatten

Sie alle haben es geschafft, dem strengen bulgarischen Winter zu entkommen !

Im Namen unser Schützlinge bedanken wir uns ganz, ganz herzlich bei:

Hrn. Manfred Mayr, Lama-Chemie, 1220 Wien, der sein Auto, seine Zeit und auch noch den kompletten Treibstoff zur Verfügung stellte > ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen !!
Animal-Hope Tierhilfe Nitra für Futter , Medikamente, Decken
Frau Ilse Netrefa, Barspende > für diesmal 120 kg frische Kutteln und beim letzen Speditionstransport für Transportkosten
Frau Sabine Netrefa, Barspende für den Ankauf von 2 neuen Hundehütten
Frau Sabine Bischof und ihrer Mutter, Steiermark, Futter, Decken, Nudeln
Fam. Steckenbauer, Salzburg, Futter, Decken,
Frau Anita Rumetshofer, OÖ, Futter, Decken, Medikamente
Frau Marion Srohmeier,Cafe Little Bit, 1200 Wien, Futter
Sun Studio, 1030 Wien, Handtücher
Frau Heidi Hui.Schweiz, Futter für Seslavtsi
Frau Mag. Ursula Knotek, Wien, Hundetransportboxen und Spende für OP von Mama Shoko
Frau Iris Brandstätter und Frau Silke Metzbauer, Futter und Decken
Karin, Michael und Riko, Wilhelmsburg, NÖ, Decken, Matratzen, Medikamente und Transportbox
Hrn. Dr. Josef Schick und seinem Team, Tierarztpraxis Schloß Baumgarten, .......Ollersbach, NÖ für die liebevolle Aufnahme und Behandlung von unseren 3 ärmsten Sorgenkindern.
Frau Mag. Martina Hayden, St. Pölten,für die Aufnahme der beiden verletzten Katerchen

Und natürlich bei allen Pflegefamilien, wir hätten nie gedacht, das sovielen Hunden die Flucht gelingt !! > Danke an dich, Daniela fürs organisieren der Pflegestellen !!

Gabi und Sylvana

Als Abschluß noch der Clou der ganzen Reise: solche Fahrten macht normalerweise jeder nur einmal mit, ich bin kein angenehmer Zeitgenosse bei sowas, Pause gibts immer nur zum Tanken und "Gassigehen", dann gehts gleich weiter. Auf der Heimfahrt hat mir Manfred gesagt, "du das war toll, wennst mich mitnimmst, fahr ich im Frühjahr wieder mit dir" > dafür danke ich dir persönlich ganz herzlich und mittlerweilen kennst mich ja schon > ich nehm das Angebot natürlich an !!!

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Update 10.12.2009

Unser kleines Tierheim "Villa Dotschko" in Kazanlak / BG, ursprünglich nur für die alten, kranken oder verletzten Hunde, die nach dem kastrieren nicht mehr auf die Straße zurückkommen gedacht, ist mittlerweilen auch für viele Hunde aus den umliegenden Gemeinden und Städten
(wo die Straßentiere noch immer gnadenlos verfolgt werden) zu einem Zufluchtsort geworden.

Wir können nicht NEIN sagen, wenn wieder eine der einheimischen Tierschutztanten um Aufnahme für so ein armseliges Bündel Elend bittet.
Speziell jetzt im Winter ist es besonders schlimm.
Egal ob sie aus Dimitrovgrad, Stara Zagora, Haskovo !! oder Sofia kommen, bei uns in Kazanlak gibt es für die größten Not-felle
eine volle Futterschüssel und SICHERHEIT !
Allerdings ist es dadurch jetzt ziemlich "ENG" im Tierheim. Die Straßenhunde brauchen auch ein Dach über den Kopf.
Unsere vorhandenen Hundehütten reichen bei weitem nicht mehr aus für alle.

Dringendst müssen zusätzliche Hütten vor Ort gezimmert werden, damit die Hunde vor Schnee, Regen und dem eisigen Wind geschützt sind !

Wir bitten SIE um IHRE Hilfe für "unsere" Hunde !
Die Kosten für 1 Stk. winterfeste Hundehütte betragen nur Euro 50.-

Jede gespendete Hütte bekommt ein Namensschild des Spenders (so wird man "Hauseigentümer in BG") und danach gibt es für SIE ein Foto von "Ihrem Haus"
> siehe Bild: Dank der Hilfe von Tierfreunden konnten schon 3 Hütten bezogen werden.



Allerdings bitten wir um Verständnis, daß "Namensschilder" erst im Februar, wenn wir selbst wieder vor Ort sind, montiert werden können
(aus Kostengründen !! > wir machen die Schilder selbst und nehmen sie im Gepäck mit)


DANKE für Ihre Hilfe im Namen der bulgarischen Straßenhunde, Gabi & Sylvana, Tierhilfe Süden Austria !!

Als Dank für Ihren gespendeten Unterschlupf erhalten Sie unseren Kalender 2010.

Spendenkonto Raiba St. Pölten BLZ 32 585 Kto. Nr. 4 109 229 IBAN: AT 893258500004109229 BIC: RLNWATWWOBG

Verwendungszweck: Hundehütte Kazanlak (bitte Adresse bzw. e-mail nicht vergessen für Schild wenn gewünscht !!)